Benedikt, sich kasteiend, 117892

Titel
Benedikt, sich kasteiend
Vorschaubild
Inhaltliche Entstehung
Art der Zuschreibung
traditionell zugeschrieben an
Rolle
Inventor
Datierung
um 1496
Ausführung
Urheber*in
unbekannt
Technik
Federzeichnung
Methode/ Material
aquarelliert
Kommentar

Die Federzeichnung "Benedikt, sich kasteiend" wird als Teil eines mehrteiligen Zyklus' besprochen, der Szenen aus dem Leben des Heiligen Benedikt wiedergibt. Die Blätter des Benediktzyklus wurden seit dem 19. Jahrhundert zunächst als Vorbereitungen für Holzschnitte besprochen, doch dann als Scheibenrisse erkannt (vgl. hierzu Scholz 2010, S. 257).
Am Ufer im Vordergrund sitzt eine junge Frau, die Benedikt wohl zu unzüchtigen Gedanken anregte. Um diese zu bändigen und der Versuchung zu widerstehen, stürzte sich der Heilige selbstkasteiend in Dornen. Unten links in eine Wappenaussparung integrierte der Zeichner das Vollwappen der Nürnberger Patrizierfamilie Tetzel.
Johann Gottlieb Prestel, der 1814 als Teil einer Folge eine gegenseitige Kopie nach der Zeichnung radierte, schrieb die Vorlage Dürer zu und versah seine Kopie mit Jahreszahl und Monogramm. Der Bamberger Sammler Joseph Heller, der das Motiv irrig als "Buße des heiligen Johannes Chrysostomus" identifiziert hatte, besprach die Zeichnung 1827 als Werk Dürers und erwähnte, dass sie für 1fl., 30kr. verkauft worden sei (vgl. Heller Dürer 1827 I, S. 69, f). Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts meinte Friedrich Winkler, dass die Zeichnung "nur als Nachahmung eines Schülers gelten kann, dem wohl ein Entwurf Dürers vorlag." (Lippmann/ Winkler 1927 VI, S. 21, Nr. 694)
Dass derartige Zeichnungen mehrmals als Vorlage für Glasscheiben dienten, konnte Hartmut Scholz am Darmstädter Motiv eindrücklich belegen. Ihm zufolge besaß ein Nürnberger Antiquar im 19. Jahhrundert gleich zwei Scheiben desselben Motivs (vgl. Scholz 2010, S. 263). Die Kabinettscheibe mit dem Wappen der Familie Waldstromer ist heute noch erhalten (Boston, Isabella Stewart Gardner Museum, C6e13), während die mit dem Wappen der Ketzel durch eine Erwähnung in einem Auktionskatalog von 1832 belegt ist (vgl. Aukt.-Kat. J.A. Boerner, Nürnberg, 9. April 1832, S. 40, f).

Autor*in
Datum
16.04.2024
Teil von Werkgruppe
Referenzen
Abschnittsangaben
Autor*in des Eintrages
Abschnittsangaben
Autor*in des Eintrages
Abschnittsangaben

S. 21, Nr. 694

Autor*in des Eintrages
Anmerkung
argumentiert gegen die Eigenhändigkeit Dürers d.J.
Kurztitel
Abschnittsangaben
Autor*in des Eintrages
Anmerkung
argumentiert gegen die Eigenhändigkeit Dürers d.J.
Kurztitel
Abschnittsangaben
Autor*in des Eintrages
Anmerkung
argumentiert gegen die Eigenhändigkeit Dürers d.J.
Kurztitel
Abschnittsangaben

S. 85, Nr. 799

Autor*in des Eintrages
Anmerkung
argumentiert gegen die Eigenhändigkeit Dürers d.J.
Kurztitel
Abschnittsangaben

S. 2962, XW.207

Autor*in des Eintrages
Anmerkung
zweifelt an der Eigenhändigkeit Dürers d.J.
Kurztitel
Abschnittsangaben

S. 214, 217

Anmerkung
argumentiert gegen die Eigenhändigkeit Dürers d.J.
Kurztitel
Abschnittsangaben

S. 263

Autor*in des Eintrages
Anmerkung
argumentiert gegen die Eigenhändigkeit Dürers d.J.
Bearbeitung
Erfassung
Datum
15.04.2024