Engel und Ornamentik für die Ausschmückung des Rathaussaales zu Nürnberg bei dem Dürerfest 1828, 165287

Titel
Engel und Ornamentik für die Ausschmückung des Rathaussaales zu Nürnberg bei dem Dürerfest 1828
Vorschaubild
Inhaltliche Entstehung
Künstler*in
Rolle
Inventor
Datierung
1828
Ausführung
Urheber*in
Rolle
Zeichner
Datierung
1828
Technik
Bleistiftzeichnung
Federzeichnung
Bezeichnung
Anbringungsort
mittig links auf der Tafel
Bezeichnungstyp
Monogramm
Transkription

AD

Technik
handschriftlich
Anbringungsort
in der Darstellung
Bezeichnungstyp
Maße
Technik
handschriftlich
Beschreibung
verschiedene Maßangaben
Kommentar

Ferdinand Fellner fertigte die Zeichnung als Teil der Vorarbeiten für die Transparente der Nürnberger Dürer-Feier von 1828, die im großen Rathaussaal gezeigt wurden. Die sieben Szenen, von denen Fellner zwei entworfen hatte, wurden an der Ostseite des Saals inszeniert. Zu diesem Zweck wurde die Wand verkleidet, vermutlich durch eine Art Gerüst, das den Anschein eines Sakralraums erweckte. Ein Augenzeuge beschreibt die Konstruktion als "große Nische in Gestalt einer Empokirche, zu wecher Stufen hinanführten [...]. In diesem Chore und an den breiteren Vorderwänden desselben waren die sieben Transparente, gleichsam wie Fenster aufgestellt. Spitzbogen mit gothischen Verzierungen enthielten über jedem Bilde drey kleine transparente Porträts und reichten durch gothische Architektur verziert in das Himmelsgewölbe der Nische, welches mit goldenen Sternen geziert war. Der Raum zwischen den Bildern war durch Genien gefüllt [...]" (Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 34, S. 134). Fellners mit Bleistift und Feder ausgeführte Zeichnung vermittelt einen Eindruck von der Gestaltung dieser Rahmung. Neben den Konturen eines Maßwerkfensters steht eine Engelsfigur, eine Tafel mit Dürers Monogramm präsentierend. Über der Figur ist eine Quadrierung angelegt, an verschiedenen Stellen sind Maße angegeben – wohl als Vorbereitung für die Übertragung auf Kartons.
Die Rückseite des Blattes gibt Aufschluss über das tatsächliche Erscheinungsbild der ephemeren Wandverkleidung im Rathaussaal. Fellner skizzierte Aufriss und Draufsicht der chorähnlichen Nische, die mit der Beschreibung aus dem Kunstblatt übereinstimmt. Zwei der Szenen waren demnach an den nach Westen zeigenden Stirnseiten der Konstruktion zu sehen, die übrigen fünf halbkreisförmig in der Apsis angeordnet. Daneben zeichnete Fellner zwei Maßwerkbaldachine und eine Konsole (?), die wohl Teil der Gestaltung werden sollten. Die rechte untere Hälfte enthält eine Notiz von fremder Hand, die das Blatt in Bezug zur Nürnberger Dürer-Feier setzt. Der Autor war offenbar in Besitz des Kartons zu einem der beiden von Fellner entworfenen Transparente und hatte diesen verschenkt.
Drei weitere Vorzeichnungen für die Episode "Dürer kommt in die Lehre zu Wolgemut" haben sich im Nachlass Fellners im Städel Museum erhalten (Nr. 120, 243 und 317 des nummerierten Nachlasses; vgl. Schauz 1977, Abbildungen vor S. 329). Die auf dem besprochenen Blatt projektierten Ideen führt einer dieser Entwürfe fort, indem die Engelsfigur nun auf einer Konsole und unter einem Baldachin steht und das Spitzbogenfeld Dürer zeigt, der von seinem Vater in die Werkstatt Michael Wolgemuts gebracht wird. Eine weitere Skizze konkretisiert die Ausmalung der Drei- und Vierpassfelder des Maßwerks, während das dritte Blatt Kopfstudien von Wolgemut und Albrecht Dürer d. Ä. zeigt.

Autor*in
Datum
17.06.2025
Referenzen
Kurztitel
Abschnittsangaben

S. 326

Autor*in des Eintrages
Bearbeitung
Erfassung
Datum
17.06.2025