MDXXVII
AD
Es war der Bamberger Sammler Joseph Heller, der die Zeichnung in die Dürer-Forschung einführte (vgl. Heller Dürer 1827 I, S. 97, Nr. 7). Der mit Wasserfarben ausgetuschte "Entwurf für einen Brunnen mit Fahnenträger" ist heute Teil eines Klebebandes, der in die Kalbslederbindung eingeprägt den goldenen Schriftzug "KVNSTBVCH Albrecht durers von Nürmberg" trägt (Kunstbuch Albrecht Dürers, KHM, Kunstkammer, 5127). Er enthält 230 Kunstblätter, zusammengesetzt aus 82 Tiefdrucken und 134 Holzschnitten Dürers, exkl. einer Kopie, sowie 13 Zeichnungen, von denen wiederum etwa acht von Dürer selbst stammen sollen, darunter der Brunnenentwurf.
In der Mitte der Brunnenschale erhebt sich der figürliche Schmuck. Um einen Stab winden sich drei Drachenkörper, deren Köpfe als Wasserspeier fungieren. Bekrönt wird der Aufbau von einem Fahnenträger. An der Front der Plinthe ist die Zeichnung in römischen Ziffern in das Jahr 1527 datiert und unterhalb mittig um das Monogramm Dürers ergänzt.
Tietzes schlossen die Zeichnung mit Verweis auf die "Schwäche" in der Darstellung der Wasserspeier aus dem Gesamtwerk Dürers aus (vgl. Tietzes 1938 II, S. 146, A 437).
S. 146, A 437
S. 146, Nr. 1555
S. 2354, 1527/2
S. 31