Der Bankier Wilhelm Brandes konnte den lavierten "Entwurf für einen Drachenleuchter mit Rentiergeweih" in einer Auktion 1893 erwerben (vgl. Aukt.-Kat. H.G. Gutekunst, Stuttgart, 11. April 1893, S. 94, Nr. 1321). Als Teil eines fast 450 Zeichnungen umfassenden Konvoluts ging er nach dessen Tod als Schenkung in Besitz der Wessenberg-Galerie Konstanz über (vgl. Ausst.-Kat. Oberhausen 2011, S. 123, Kat.-Nr. 7).
Der Künstler zeichnete den Leuchter als dreiköpfiges Drachenwesen, aus dessen Körper ein Geweih wächst. Die Federzeichnung gilt als einziger Leuchterentwurf Dürers, zu dem sich die originale Ausführung erhalten hat (ebd.). Anton II. Tucher hatte ihn für die Regimentsstube des Nürnberger Rathauses in Auftrag gegeben. Die Ausführung nach Dürers Zeichnung übernahm Veit Stoß, was sich Tucher - seinem Haushaltsbuch zufolge - insgesamt 24 Gulden kosten ließ (vgl. Heikamp 1960, S. 46). Die dreizeilige Notiz zur Werkgenese, die sich auf einem oben angesetzten Papierstreifen befindet, soll Gustav Pauli zufolge von einem Enkel des Nürnberger Schreib- und Rechenmeisters Johann Neudörffer stammen (vgl. Pauli 1938, S. 42).
Seit 1859 ist der Leuchter im Germanischen Museum (heute Nationalmuseum) in Nürnberg (Inv.-Nr. HG68).
S. 147, Nr. 1562
S. 1380, 1513/29