Dürer und Raffael am Throne der Kunst, 168296

Titel
Dürer und Raffael am Throne der Kunst
Vorschaubild
Inhaltliche Entstehung
Künstler*in
Rolle
Inventor
Datierung
1828
Ausmaß
Hauptbild
Künstler*in
Rolle
Inventor
Datierung
1828
Ausmaß
Bildschmuck unterhalb des Hauptbildes
Künstler*in
Rolle
Inventor
Datierung
1828
Ausmaß
Idee
Ausführung
Urheber*in
Rolle
Hauptakteur
Maler
Datierung
29.03.-06.04.1828
Ort
Nürnberg
Technik
Malerei
Urheber*in
Rolle
Maler
Beteiligter
Urheber*in
Rolle
Beteiligter
Maler
Rahmung
Beschreibung

gemalte Rahmung

Kommentar

Für die Säkularfeier zu Dürers Todestag 1828 entstand in München die gemeinsame Idee einer Gruppe von Schülern des Peter von Cornelius, eine Folge von sieben Transparenten mit Szenen aus Dürers Leben für den großen Rathaussaal in Nürnberg zu entwerfen. Die Transparentgemälde sind nicht erhalten, Vorarbeiten der beteiligten Künstler sowie Kopien nach den Werken geben Aufschluss über Projekt und Einzeldarstellungen.
Adam Eberle gestaltete die vierte Episode des Zyklus, die zugleich das Mittelbild darstellte. Ursprünglich sollte Dürer an einem Sonntagmorgen in seiner Werkstatt gezeigt werden. Auf Einwirken Peter von Cornelius' wurde die Atelierszene ersetzt durch die Verklärung Dürers und Raffaels vor dem Thron der Kunst (vgl. Förster 1860, S. 67). Verschiedene Beschreibungen (vgl. etwa ebd., S. 68) sowie spätere Kopien lassen Rückschlüsse auf das Transparent zu: Vor der thronenden Allegorie der Kunst standen sich links Raffael und rechts Dürer gegenüber und reichten sich die Hände, während sie die jeweils linke feierlich vor die Brust hielten. Links hinter dem Italiener hatten die Päpste Julius II. und Leo X. sowie die Künstler Bramante und Perugino Aufstellung bezogen, dahinter die Umrisse der Stadt Rom. Analog dazu wurde Dürer begleitet von Kaiser Maximilian I., Martin Luther, Willibald Pirckheimer und Michael Wolgemut, im Hintergrund Nürnberg.
Der Bildtypus mit den beiden Malern vor der thronenden Kunst und dem symmetrischen Bildaufbau begegnet als Idee im Kreis der Nazarener bereits in der Frühromantik (vgl. hierzu Mende 1969, S. 189). Dass die ursprünglich angedachte Atelierszene nicht zur Umsetzung kam, wurde von Zeitgenossen mit Hinweis auf die historische Orientierung der übrigen Sequenzen und die Lesbarkeit des Bildinhalts kritisch kommentiert (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 35, S. 138). Die Verklärung war, ebenso wie die anderen Episoden, umgeben von einer gemalten Rahmung in Form eines gotischen Spitzbogens mit Maßwerk, der oben in Drei- und Vierpassfeldern Platz für drei Bildnisse ließ – hier wohl Allegorien, "die heilige Geschichte, die Legende und die Profangeschichte", darstellend (ebd.).
Bei der Übertragung der Kartons auf die Transparente wurden die Münchner Künstler von zahlreichen zum Fest angereisten Malern unterstützt (vgl. Cornill 1865 II, S. 14). Im Fall der Verklärung hatte Eberle wohl mehrere, namentlich jedoch nicht bekannte Helfer (vgl. Förster 1874, S. 406). Anders als bei den anderen sechs Szenen befand sich unterhalb des Mittelbildes keine die Darstellung erläuternde Inschrift, sondern eine von Ferdinand Fellner entworfene und zusammen mit Philipp Foltz gemalte Erweiterung des Bildschmucks in Form einer Arabeske, die Genien der beiden Künstler präsentierend. Raffaels Genius wurde von einem Paradiesvogel begleitet und pflückte Blumen, während jener Dürers zusammen mit einer Eule erschien, ein Rauchfass schwenkend und eine Schaufel haltend, den Wahlspruch "Bete und arbeite" verkörpernd (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 35, S. 138; sowie Förster 1860, S. 68). Präsentiert wurden die Gemälde schließlich an der Ostseite des Rathaussaales. Eine ephemere Wandverkleidung bildete eine chorähnliche Nische, die sakraler Architektur nachempfunden war. Die Verklärung war als Mittelbild in dieser Apsis platziert (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 35, S. 138). Nach der Säkularfeier verblieben die Transparente im Besitz der Stadt Nürnberg und waren noch 1860 "wohlerhalten in der Kunstschule zu Nürnberg" (vgl. Förster 1860, S. 70). Danach verliert sich ihre Spur (vgl. Mende 1969, S. 197, Anm. 2).

Autor*in
Datum
25.07.2025
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Kurztitel
Abschnittsangaben

S. 188

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Bearbeitung
Erfassung
Datum
22.07.2025