Eberle inv.
Gestochen von I. P. Walther.
Dürers Verklärung
Ein Genius bekränzt beyde und führt sie zusammen. Hinter Dürer: der Kaiser Maximilian, Luther, W. Pirckheimer und Meister
Wohlgemuth; hinter Raphael: die Päpste Iulius II. u. Leo X., der Baumeister Bramante und Raphaels Lehrmeister Pietro Perugino.
Der Thron scheidet die Landschaften von Nürnberg u. Rom.
Nürnberg bei Riedel.
gedruckte Einfassungslinie
Die von Adam Eberle entworfene Szene der Verklärung Dürers und Raffaels war Teil der sieben Transparentgemälde der Nürnberger Dürer-Feier 1828, die Schüler des Peter von Cornelius anlässlich der Säkularfeier zu Dürers 300. Todestag für den großen Rathaussaal in Nürnberg entworfen hatten. Johann Philipp Walther kopierte den Zyklus wohl im Folgejahr: vorbereitende Bleistiftzeichnungen sind 1829 datiert (vgl. Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, Inv.-Nr. Norica 00730-00736). Die vierte Episode zeigt Dürer und Raffael vor dem Thron der personifizierten Kunst. Die Idee zur Verklärungsszene, die bei der Präsentation im Rathaus als Mittelbild Verwendung fand, stammt von Peter von Cornelius selbst. Vor dem thronenden Genius stehen sich links Raffael und rechts Dürer gegenüber und reichen sich die Hände, während sie die jeweils linke feierlich vor die Brust halten. Links hinter dem Italiener haben die Päpste Julius II. und Leo X. sowie die Künstler Bramante und Perugino Aufstellung bezogen, dahinter die Umrisse der Stadt Rom. Analog dazu wird Dürer begleitet von Kaiser Maximilian I., Martin Luther, Willibald Pirckheimer und Michael Wolgemut, im Hintergrund Nürnberg. Von den Radierungen, die in Nürnberg im Verlag von C. Riedel erschienen sind, haben sich auch kolorierte Folgen erhalten.
S. 52, Kat.-Nr. 19 d
S. 266, Kat.-Nr. 57 d