1516
Die kleinformatige Federzeichnung ist oben mittig in das Jahr 1516 datiert, doch nicht monogrammiert. Der Künstler zeichnete in einem Kreis das geteilte Wappen des Nürnberger Ratsschreibers Lazarus Spengler, das in der einen Hälfte eine halbe Rose, in der anderen eine halbe Lilie zeigt, von einem Lorbeerkranz eingefasst.
Bereits Friedrich Winkler verwies darauf, dass die Tatsache, dass Rose und Lilie vertauscht sind, für die Verwendung als Vorzeichnung für eine graphische Vervielfältigung sprechen würde. Die Möglichkeit, es handele sich um das Wappen des Salzburger Kardinals Matthaeus Lang, hielt er aufgrund fehlender Kardinalszeichen für unwahrscheinlich (vgl. Winkler III, S. 117, Nr. 740). Darüber hinaus interpretierten Forschende die Zeichnung als Entwurf für ein Schmuckstück, beispielsweise für einen Siegelring (vgl. Getty's Collection Online, Stand: 17.11.2025).
Tietzes Forschungsmeinung, die das Blatt als Werkstattzeichnung einordneten (vgl. Tietzes 1937 II, W. 103), fand wenig Anklang.
W. 103
S. 143, Nr. 1525
S. 1634, 1516/9