Beteiligte Institutionen

Museen der Stadt Nürnberg - Dürer-Bestände und Digitalisierung

Im Zuge des Projekts werden die umfangreichen Bestände von und nach Albrecht Dürer aus den Museen der Stadt Nürnberg bearbeitet. Der kommunale Kunstbesitz besteht unter anderem aus einer Gemälde- und Skulpturensammlung, einer umfangreichen Graphik-, und einer Münz- und Medaillensammlung. Unter dem früheren Leiter der Graphischen Sammlung und stellvertretenden Leiter der Museen der Stadt Nürnberg Matthias Mende formierte sich das graphische Gesamtwerk und das künstlerische Nachleben Dürers als ein inhaltlicher Schwerpunkt.
Mende war es auch, der zum 500. Dürer-Jubiläum im Jahr 1971 eine 700-Seiten starke Dürer-Bibliographie publizierte.
Heute besitzen die Kunstsammlungen oftmals nicht nur ein Exemplar der einzelnen Dürer-Graphiken, sondern gleich mehrere, die aus unterschiedlichen Sammlungszusammenhängen stammen. Die Kunstsammlungen gehören zudem zu den größten Leihgebern des Germanischen Nationalmuseums (GNM) in Nürnberg. Das GNM bewahrt sowohl druckgraphische Arbeiten Dürers aus ihren Beständen als auch unikale Werke, darunter ein gezeichnetes Wappen Willibald Pirckheimers sowie die großformatigen Idealbildnisse der Kaiser Karl d. Große und Sigismund. Im Zuge des Projekts werden hochauflösende Digitalisate der Dürer-Bestände angefertigt und in die digitale Infrastruktur an der UB Heidelberg eingebunden.

Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V. - Digitalisierung der Spezialsammlung Dürers Nachleben

Die Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V., deren umfangreiche Bibliothek zu Leben und Werk Dürers sowie Spezialsammlung zu seinem künstlerischen Nachleben von den Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg betreut bzw. verwaltet werden, ist Unterstützerin des Projekts.
Seit ihrer Gründung im Zuge der Feierlichkeiten zu Dürers 400. Geburtstag im Jahr 1871 ist ihr das Sammeln, Bewahren und Vermitteln von Dürers Leben, Werk und Wirken Hauptaufgabe.
Das Albrecht-Dürer-Haus, das heute zu den Museen der Stadt Nürnberg gehört, spielte dabei von Anfang an eine wichtige Rolle. Bis zu seinem Tod im Jahr 1528 lebte und arbeitete der Nürnberger Meister in dem Fachwerkhaus am Tiergärtnertor in Nürnberg, das er sich dank seiner bereits zu Lebzeiten guten Stellung kaufen konnte. Schon im beginnenden 19. Jahrhundert etablierte es sich als Künstler-Gedenkstätte, die nachfolgend mit jeder Jubliläumsfeierlichkeit neue Impulse bekam. Bereits im Jahr 1826 kaufte der Verleger und Düreranhänger Friedrich Campe (1777–1846) das legendäre Haus für die Stadt Nürnberg, um es als Denkmal zu erhalten (vgl. Campe 1828, S. 185). Bereits zum Dürer-Jubiläumsjahr 1828 diente es als Künstlermuseum und avancierte zum Treffpunkt seiner Anhänger. 1971 entstand dort anlässlich des 500. Geburtstages des Künstlers ein moderner Ausstellungsbau, der 2010 eine Neukonzeption erfuhr, die von der damals 100jährigen Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V. inhaltlich und finanziell unterstützt wurde. Im Zuge des Projekts duerer.online werden hochauflösende Digitalisate der Stiftungsbestände angefertigt und in die digitale Infrastruktur an der UB Heidelberg eingebunden.

UB Heidelberg - Technische Tools und Infrastruktur

Die UB Heidelberg ist im Kontext des von ihr betriebenen Fachinformationsdienst Kunst, Fotografie, Design – arthistoricum.net, neben der Digitalisierung historischer Buchbestände u.a. für die Aktivitäten im Bereich des elektronischen Publizierens im Open Access verantwortlich und blickt auf eine langjährige Erfahrung in diesen Bereichen zurück. So stehen neben verschiedenen Plattformen zur Veröffentlichung von E-Journals, E-Books oder Editionen auch Möglichkeiten der nachhaltigen Archivierung multimedialer Forschungsdaten für die kollaborative Nutzung bereit.
Für duerer.online kommt die Wissenschaftliche Kommunikationsinfrastruktur (WissKI) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Forschungsumgebung, die den Aufbau von Anwendungen im Bereich der Digital Humanities unter Nutzung aktueller Standards ermöglicht. Als Datengrundlage wird, neben einer – in Teilen synoptischen – TEIgestützten Edition des schriftlichen Nachlasses, ein Kernbestand aus dem Gesamtwerk Dürers und dessen Rezeption erfasst. Im Fokus stehen hierbei die Bestände der Projekt- bzw. Kooperationspartner Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung e.V., Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg) und Albertina (Wien), die im schriftlichen Nachlass des Künstlers explizit genannt werden.
Die Erfassung und semantische Erschließung der Daten erfolgt auf Grundlage von CIDOC CRM als Standard anerkannte Ontologie für das kulturelle Erbe (ISO 21127), unter Nutzung von Fachthesauri sowie der Gemeinsamen Normdatei. Durch die Integration in arthistoricum.net, den an der UB Heidelberg angesiedelten Fachinformationsdienst Kunst, Design, Fotografie, wird die Anschlussfähigkeit und Nachhaltigkeit der erarbeiteten Ergebnisse garantiert.

Unterstützende Institutionen

Verschiedene Institutionen und ihre Mitarbeiter*innen haben bereits während der Antragstellung den Aufbau der virtuellen Forschungsumgebung duerer.online befürwortet, ihre Expertise und die Zugänglichmachung ihrer Bestände zugesagt.

Bamberg, Staatsbibliothek
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Nürnberg, Stadtbibliothek im Bildungscampus
Wien, Albertina
Zürich, Universität – SNF-Forschungsprojekt Hybride Zeiten – Temporale Dynamiken 1400–1600