Die Pflanzenstudie "Stamm einer wilden Pfingstrose von zwei Seiten (Peonia corallina)" ist wohl bereits in der ab 1827 erschienenen Dürer-Monographie des Bamberger Sammlers Joseph Heller erwähnt (vgl. Heller Dürer 1827 I, S. 127, Nr. 36). Zu Beginn der 1820er Jahre war sie noch in Besitz des Wieners Joseph Grünling, der für Hellers Publikation eine Aufstellung seiner eigenen Dürer-Zeichnungen durchkorrigierte (Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.40, 6v, Nr. 35). Über den Hamburger Kunsthändler Ernst Georg Harzen war das Blatt aus der Sammlung Grünlings in die des Bremer Senators Hieronymus Klugkist gelangt. Der Mitbegründer des Bremer Kunstvereins vererbte diesem seine Kunstsammlung, sodass sie später in den Bestand der dortigen Kunsthalle überging. Die Zeichnung gehört zu den 1943 zu ihrem Schutz ausgelagerten Kunstwerken, die von Viktor Baldin, einem Offizier der Roten Armee, im Keller von Schloss Karnzow in Brandenburg aufgefunden und in die Sowjetunion überführt wurden.
Obwohl sie weder datiert noch monogrammiert ist, galt die Zeichnung früher als eigenhändige Arbeit Dürers. Nicht am Original verifizierbar, hält man es heute ebenso für möglich, dass es sich um eine Arbeit aus dem Umkreis Dürers handelt, die im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts entstand (vgl. Ausst.-Kat. Bremen 2012, S. 88, Kat.-Nr. 21). Zudem wird ein Zusammenhang mit Martin Schongauers 1472/ 1473 entstandenen "Studie von Pfingstrosen" (Los Angeles, J. Paul Getty Museum, Inv.-Nr. 92.GC.80) hergestellt (ebd., S. 88-89, 184).
S. 137, Nr. 1437
S. 405
S. 318, 1495/29
S. 214, Kat.-Nr. 75
S. 88, Kat-Nr. 21