1517
AD
Die unter anderem als "Sitzender Priester" interpretierte Zeichnung ist vom Künstler eigenhändig in das Jahr "1511" datiert und mit Monogramm versehen. Im Vergleich mit anderen Dürer-Zeichnungen ist diese wenig besprochen, obwohl sie bereits der Bamberger Sammler Joseph Heller in seiner ab 1827 erscheinenden Dürer-Monographie in die Forschung einführte. Dort beschrieb er: "Eine sehr schöne, und leichte Federzeichnung. Auf der Rückseite ist ein stehender Löwe mit Rothstift nach der Natur gezeichnet" (Heller Dürer 1827 I, S. 103, Nr. 25). Die genannte Tierzeichnung eines Niederländers soll 1897 abgelöst worden sein (vgl. Winkler III, S. 51).
Die Sitzfigur eines bärtigen Mannes in langem Gewand und mit spitz zulaufender Kopfbedeckung ist den Betrachter:innen zugewandt. Das Erscheinungsbild förderte Spekulationen über ihre Deutung. Zwar blieb diese letztlich unscharf, doch meinten Forschende beispielsweise einen Propheten, Priester, Apostel, Aaron oder Moses zu erkennen (vgl. Koschatzky/ Strobl 1971, S. 334, Nr. 102). Eduard Flechsig war es, der mit der Unsichtbarkeit der Hände und dem sonst nicht bei Dürer vorkommenden "genau abgegrenzte[n] Schatten" (Flechsig II, S. 373) Ungewöhnlichkeiten benannte.
S. 20, Nr. 534
S. 20, Nr. 120
S. 128, Nr. 696
S. 334, Nr. 102
S. 1670, 1517/16