Die weder datierte noch monogrammierte Federzeichnung "Sitzende Märtyrerin" wurde 1927 von Friedrich Winkler in die Dürer-Forschung eingeführt, als bis dahin "[n]icht in der Literatur erwähnt" beschrieben und Dürer zugewiesen (vgl. Lippmann/ Winkler 1927 VI, S. 27, Nr. 887).
Der Künstler zeigt eine Frauenfigur mit nacktem Oberkörper. Sie hält einen Stab oder - wie Winkler meinte (vgl. Winkler III, S. 55, Nr. 610) - einen Palmzweig in der rechten Hand und wendet sich um. Erwin Panofsky vertrat die Auffassung, dass es sich um eine Zeichnung nach dem Leben handele, mit der Dürer Figuren wie die "Fidentia" (vgl. Ex. der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, Inv.-Nr. Gr.A. 04187-02) aus dem "Großen Triumphwagen" für Kaiser Maximilian I. entwickelte (vgl. Panofsky 1948 II, S. 125, Nr. 1272).
S. 27, Nr. 887
S. 84, Nr. 533
S. 125, Nr. 1272
S. 1328, 1512/16