OSWOLT • KREL
• 1499 •
Eindringlich intensiv blickt der Porträtierte Oswolt Krel den Betrachter*innen in seinem pelzbesetzten Ärmelrock in diesem Tafelgemälde entgegen. Als Halbfigur platziert Dürer ihn unmittelbar am vorderen Bildrand vor einem roten Vorhang, der links davon den Blick in eine Landschaft freigibt. Die Inschrift und Datierung am oberen Bildrand sind original, Dürer hält den aus Lindau stammenden Kaufmann demnach im Jahr 1499 fest. Um dieses Jahr hielt sich Krel als Rechnungsführer der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft in Nürnberg auf.
Das Gemälde wird seit 1911 als Bildnistriptychon mit zwei kleinen Flügeltüren (München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. WAF 230a; WAF 230b) in der Alten Pinakothek präsentiert. Ob diese Montage dem ursprünglichen Zustand entspricht, bleibt ungeklärt und wurde in der Forschung vielfach diskutiert.
Heinrich Vogeler sah das Gemälde um 1900 in der Alten Pinakothek und fertigte vor Ort eine Kopie an (Worpswede, Haus am Schluh, Heinrich-Vogeler-Sammlung, Inv.-Nr. 35), die ihm laut eigener Aussage zwar gut gefiel, es ihn aber grämte, dass er „nicht zu dieser Freiheit der Malerei des alten Meisters vordringen konnte“ (vgl. Best-Kat. Dürer München, S. 255).
S. 162, Nr. 56
S. 128