Seit 1911 werden die drei Tafeln als rekonstruiertes Bildnistriptychon in der Alten Pinakothek präsentiert. Die Mitteltafel zeigt das Porträt Oswolt Krels, den Dürer im Jahr 1499, wohl zum Zeitpunkt seines Nürnberg-Aufenthaltes im Rahmen seiner Tätigkeit als Rechnungsführer der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft in Nürnberg festhält (München, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. WAF 230). Die zwei flankierenden Flügeltüren zeigen „Wilde Männer“, als Wappenhalter. Auf dem linken Flügel ist das Wappen Oswolt Krels (München, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. WAF 230a), auf dem rechten das Wappen seiner Ehefrau Agatha von Essendorf zu sehen (München, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. WAF 230b).
Ob diese Rekonstruktion auch der ursprünglichen Montierung der Tafeln entspricht, bleibt ungeklärt und wurde in der Forschung vielfach diskutiert (vgl. hierzu ausführlich Best.-Kat. Dürer München 1998, S. 254-255). Denkbar wäre, dass beide Tafeln eine Art Schiebedeckel einer Kassette bildeten, in der das Bildnis aufbewahrt wurde (vgl. Strieder 1983, S. 232; Best.-Kat. München 2006, S. 128), ähnlich wie im Falle des Porträts von Hieronymus Holzschuher (Berlin, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 557E). Die älteste Erwähnung aller drei Tafeln und einer entsprechenden Montierung findet sich im Grundbuch der Fürsten Wallerstein von 1817/ 1818: „Das Bild hatte einen Deckel, auf welchem zwey von zwey wilden Männern gehaltene Wappen sind, welche gegenwärtig auf der Rückseite des Bildes angebracht sind“ (vgl. Best.-Kat. Dürer München 1998, S. 254). Nach ihrem Verkauf an Ludwig I. von Bayern berichtet Heller 1827 von der Montage von „zwei Thürchen“ (vgl. Heller 1827, S. 250).
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die Tafeln getrennt und die beiden Wappen-Tafeln gerieten in Vergessenheit, sodass sie von 1877 bis 1910 ohne Inventarnummer oder Kenntnis der Zugehörigkeit zum Krel-Porträt als Dauerleihgaben in das Germanische Nationalmuseum gelangten. Erst Braune stellte 1907 überhaupt wieder die Zugehörigkeit der drei Tafeln heraus (vgl. Braune 1907). Dies wird von den Ergebnissen der 1996 durchgeführten Farbanalysen gestützt. Demnach weisen alle drei Tafeln auf der Rückseite einen identischen Anstrich mit Marmorierung auf (Best.-Kat. Dürer München 1998, S. 255).
Römer bringt zudem erstmals die Zeichnung "Wilder Mann als Wappenhalter" (Dresden, Kupferstichkabinett, Inv-Nr. C 2160) mit dem Bildnistriptychon in Verbindung (Römer 1917, S. 226).
S. 237
S. 128
S. 345, Kat.-Nr. 59