1514
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Der "Venus und Cupido, der Honigdieb" ist heute Teil eines Klebebandes, der in die Kalbslederbindung eingeprägt den goldenen Schriftzug "KVNSTBVCH Albrecht durers von Nürmberg" trägt (Kunstbuch Albrecht Dürers, KHM, Kunstkammer, 5127). Er enthält 230 Kunstblätter, zusammengesetzt aus 82 Tiefdrucken und 134 Holzschnitten Dürers, exkl. einer Kopie, sowie 13 Zeichnungen, von denen wiederum etwa acht von Dürer selbst stammen sollen, darunter die eigenhändig in das Jahr 1514 datierte und monogrammierte Zeichnung "Venus und Cupido".
Der Künstler verbildlicht die Geschichte von Cupido, der beim Versuch Honig aus Bienenstöcken zu ergattern gestochen wurde und weinend von einem Schwarm Bienen verfolgt zu seiner Mutter Venus läuft. Vor Schreck hat er seinen Köcher mit Pfeilen fallen lassen und streckt die Arme nach Venus aus, die tadelnd den Finger hebt.
Nachdem Joseph Heller das Blatt 1827 in die Dürer-Forschung eingeführt hatte, sorgten seine niedergeschriebenen Äußerungen wiederholt für Diskussionsstoff. Der Bamberger Sammler beschrieb, dass die Zeichnung als eine von dreien Anfang der 1820er Jahre vom Innsbrucker Rentmeister Augustin Anton Pfaundler der Wiener Sammlung gegeben wurde (u.a. Heller Dürer 1827 I, S. 97-98). Da Forschende annahmen, die Zeichnungen "Gänsemännchen", "Traumgesicht" sowie "Venus und Cupido, der Honigdieb" gehörten ursprünglich zum Kunstbuch, müssten sie demzufolge entfernt und später wieder integriert worden sein (vgl. hierzu Ausst.-Kat. Wien 1994, S. 92).
S. 103, Nr. 618
S. 1496, 1514/33
S. 31