Es ist überliefert, dass Kaiser Maximlilian I. sich 1516 einen silbernen Prunkharnisch bei dem Augsburger Plattner Kolman Helmschmied bestellte (vgl. Ausst.-Kat. Wien 2012, S. 340-341). Während der ausgeführte, jedoch zu dessen Lebzeiten nicht mehr an Maximilian ausgelieferte Harnisch verloren ist, haben sich Entwürfe für das Dekor der Einzelteile von Dürers Hand erhalten. Hierzu gehört das "Helmvisier", das ein Kannenfries oberhalb des Sehschlitzes, einen Kranich und einen Dudelsackpfeifer zwischen vegetabiler Ornamentik zeigt. Alice Strobl arbeitete heraus, dass sich sowohl die Dekorelemente als auch die Figuren in ähnlicher Form in anderen Werken Dürers wiederfinden (vgl. Koschatzky/ Strobl 1971, S. 338, Nr. 104), der Dudelsackpfeifer beispielsweise im Gebetbuch Kaiser Maximilians I. oder auf einer in New York aufbewahrten Zeichnung (vgl. The Morgan Library & Museum, Inv.-Nr. I, 256).
Die nachträglich oben links mit Jahreszahl "1517" und Dürers Monogramm versehene Federzeichnung, war wohl für den Künstler gedacht, der für das Anbringen der Verzierung zuständig gewesen ist (vgl. Ausst.-Kat. Wien 2012, S. 340-341).
S. 22, Nr. 544
S. 125, Nr. 684
S. 137, Nr. 1448
S. 338, Nr. 104
S. 1644, 1517/3