Bei der nachträglich oben mittig mit Dürers Monogramm versehenen Federzeichnung handelt es sich um einen von mehreren Entwürfen für ein Rüstungsstück, die laut Elfried Bock "auf denselben Auftrag zurückzugehen" scheinen (Best.-Kat. Berlin 1921 I, S. 30). Forschende vermuten dahinter die Schulterpanzerung, also den sogenannten Achselkamm, eines Prunkharnischs. Letzterer soll von Kaiser Maximilian I. 1516 bei dem Augsburger Plattner Kolman Helmschmied bestellt worden sein (vgl. Ausst.-Kat. Berlin 2023, S. 199, Kat.-Nr. 77). Inmitten vegetabiler Ornamentik finden sich drachenartige Wesen und ein Medaillon mit Brustbild im Profil samt fantasievollem Helm.
Die Zeichnung war wohl für den Künstler gedacht, der für das Anbringen der Verzierung im Metall zuständig gewesen ist. Während der ausgeführte, jedoch zu dessen Lebzeiten nicht mehr an Maximilian ausgelieferte Harnisch verloren ist, sind Dürers Vorarbeiten für das Dekor der Einzelteile in unterschiedlichen Sammlungen erhalten.
S. 125, Nr. 682
S. 1652, 1517/7