Anlässlich der Säkularfeier zu Dürers Todestag 1828 entstand in München die gemeinsame Idee einer Gruppe von Schülern des Peter von Cornelius, eine Folge von sieben Transparenten mit Szenen aus Dürers Leben für den großen Rathaussaal in Nürnberg zu entwerfen. Beteiligt waren Adam Eberle, Ferdinand Fellner, Ernst Förster, Carl Hermann, Wilhelm Kaulbach und Heinrich Stilke. Die Planung des Projekts übernahmen im Wesentlichen Förster als Vertreter der Münchner Künstler und auf Nürnberger Seite Friedrich Campe, dessen Anfang 1828 veröffentlichte Reliquien von Albrecht Dürer die theoretische Grundlage für sechs Episoden der Bilderfolge lieferten. Das Mittelbild, die Verklärung Dürers und Raffaels vor dem Thron der Kunst zeigend, ersetzte auf Einwirken Cornelius' hin die ursprünglich geplante Darstellung Dürers am Sonntagmorgen neben seiner Staffelei mit der Bibel in der Hand (vgl. Förster 1860, S. 67; vgl. Förster 1874, S. 406).
Am 28. März erreichten die Künstler Nürnberg brachten bereits vorbereitete Kartons mit. Für die Malarbeiten wurden ihnen Räumlichkeiten im "Rössel'schen Kaffeehause" (Cornill 1865 II, S. 14) zur Verfügung gestellt. Unterstützung erhielten sie von einer Vielzahl an weiteren Künstlern, insgesamt müssen ungefähr vierzig Beteiligte bei der Fertigstellung der Transparente beteiligt gewesen sein (vgl. Mende 1969, S. 180). Am 6. April waren diese erstmals im Rathaus im Rahmen eines Abendprogramms mit musikalischer Aufführung zu sehen. Ein schriftlicher Bericht im Kunstblatt (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 34, S. 134) sowie eine Zeichnung Ferdinand Fellners (Frankfurt, Städel Museum, Graphische Sammlung, Inv.-Nr. 5736) lassen Rückschlüsse auf die Präsentation zu. An der Ostseite des Saales wurde eine ephemeren Wandverkleidung errichtet, die mit einer chorähnlichen Nische an Sakralarchitektur nachempfunden war. Zwei der Szenen waren an den nach Westen zeigenden Stirnseiten der Konstruktion zu sehen, die übrigen fünf halbkreisförmig in der Apsis angeordnet. Mittig stand eine Büste Dürers (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 35, S. 138). Die farbigen Transparente wurden künstlich beleuchtet (vgl. Förster 1860, S. 70).
Nach der Säkularfeier verblieben sie im Besitz der Stadt Nürnberg und waren noch 1860 "wohlerhalten in der Kunstschule zu Nürnberg" (vgl. Förster 1860, S. 70). Danach verliert sich ihre Spur (vgl. Mende 1969, S. 197, Anm. 2).
S. 30, 50