1518
Die kolorierte, aus vier Teilen zusammengesetzte Federzeichnung, von Dürer eigenhändig in das Jahr 1518 datiert, entstand als Vorarbeit für seine Beteiligung an einem geplanten, jedoch nie ausgeführten Triumphzug, für den Maximilian I. von zahlreichen Künstlern Wagen entwerfen ließ (vgl. Strieder 2012, S. 72). Nachdem der Kaiser davon gehört hatte, dass es für den Triumphwagen ein neues Konzept von Dürers Freund und Wegbegleiter Willibald Pirckheimer gab, forderte er eine Zeichnung an. Nachweislich traf diese in Braun gezeichnete und aquarellierte Zeichnung 1518 beim Kaiser ein (vgl. Rupprich 1956, S. 262, Nr. 42). Die Anordnung von Kaiser und Familie in dem von 12 Pferden gezogenen Wagen basieren zwar, ebenso wie in der frühesten erhaltenen Vorarbeit aus dem Jahr 1512 (Wien, Albertina, Inv.-Nr. 3140), auf dem von Marx Treitzsaurwein nach Maximilians Diktat niedergeschriebenen Programm (vgl. Wien, ÖNB, Cod. 2835 HAN MAG), doch war die Komposition um über 30 allegorisch umgesetzte Tugenden des Kaisers ergänzt (vgl. Ausst.-Kat. Wien 2012, S. 258, Kat.-Nr. 59).
Nach dem Tod des Kaisers ließ Dürer, unabhängig von dem nie vollendeten Großprojekt, seinen "Großen Triumphwagen" in Holz schneiden und ab 1522 gedruckt erscheinen. Im Holzschnitt sind im Vergleich zur kolorierten Zeichnung und der frühen Skizze einige Veränderungen vorgenommen worden, so fehlen beispielsweise die Familienmitglieder.
S. 24, Nr. 555
S. 20, Nr. 126
Nr. 715
S. 358, Nr. 114
S. 1704, 1518/1
S. 482