Der "Entwurf zu einer Hoftracht (Seitenansicht)" zeigt einen Mann in einem Mantel mit goldgelber Borte und grünem Innenfutter. En détail gestaltet, erkannten Forschende Seidensamt und Seidendamaste, golddurchwirkte Besatzstreifen und Quasten (vgl. ALBERTINA online). Aufgrund dieser vor Augen geführten Wertigkeit wurde die Zeichnung traditionell als Trachtenstudie mit Nähe zum Kaiserhaus besprochen (z.B. Thausing 1884 II, S. 127), z.B. als "Kleidung eines Dieners des Kaisers Maximilian" (Heller Dürer 1827 I, S. 116, Nr. 124). Jutta Zander-Seidel stellte die Einschätzung, es könne sich tatsächlich um das Gewand für einen Hofbediensteten handeln, aufgrund der dargestellten Materialqualität deutlich in Frage (vgl. Ausst.-Kat. Wien 2012, S. 306, Kat.-Nr. 84).
1971 verwies Alice Strobl darauf, dass es Forschenden bis dahin entgangen sei, dass es sich um die Reinzeichnung eines mit der Feder umgesetzten Entwurfs handele (vgl. Wien, Albertina, Inv.-Nr. 3147v), der stellenweise verändert, ausgestaltet und koloriert wurde (vgl. Koschatzky/ Strobl 1971, S. 332, Nr. 101).
Während Eduard Flechsig meinte, die nachträglich aufgesetzte Jahreszahl "1517" und das Monogramm Dürers seien von der Hand Hans von Kulmbachs (vgl. Flechsig II, S. 110), besprachen Tietzes die Zeichnung gar als Werkstattarbeit (vgl. Tietzes 1937 II, S. 166, W 107). Ihre Forschungsmeinung geriet jedoch nicht zum Forschungskonsens.
S. 21, Nr. 541
S. 25, Nr. 170
S. 166, W 107
S. 126, Nr. 1290
S. 332, Nr. 101
S. 1662, 1517/12