GI GI GIG
1513
Die kolorierte Federzeichnung "Ein Vogel mit einem Spruchband" gehört als Teil des Nachlasses von Hans Sloane zum Gründungsbestand des British Museum.
Auf einem runden Bodenstück steht ein Vogel mit ausgebreiteten Schwingen. Über ihm auf einem Spruchband steht in großen Lettern "GI GI GIG", was Friedrich Winkler zufolge "den Ruf, den ein Kranich ausstößt" (Winkler III, S. 102, Nr. 702) lautmalerisch nachahmen soll. Tietzes schrieben die Zeichnung zwar Dürers Werkstatt zu, da sie der Aquarellierung "Unbeholfenheit" attestierten, das "Spruchband schwunglos" sowie "das ganze Blatt so leer" empfanden (Tietzes 1937 II, S. 160, W 87), folgten jedoch Winklers Idee, es könne sich um den Entwurf für ein Bücherzeichen handeln. Forschende sahen später einen Zusammenhang zu einem ebenfalls in das Jahr 1513 datierten Blatt, das einen Löwen auf einem geflügelten Gefäß mit Entenfüßen und der Inschrift "FORTES FORTVNA IVVAT" (zu Deutsch: Den Starken hilft das Glück) zeigt (vgl. Berlin, Kuperstichkabinett, Inv.-Nr. KdZ 1269). Zudem kam die Interpretation der Blätter als Entwürfe für höhnische Embleme für die Ausstattung von Turnierkämpfern auf (vgl. Rowlands 1993 I, S. 87, Kat.-Nr. 186).
S. 12, Nr. 793
S. 160, W 87
S. 144, Nr. 1535
S. 1372, 1513/25