Und als ich heim gekommen war 1494 nach Pfingsten, handelt Hans Frei mit meinem Vater, und gab mir seine Tochter mit Namen Jungfrau Agnes. Er gab mir zu ihr 200 Gulden und hielt die Hochzeit; die war am Montag vor Margarethe im Jahr 1494.
gemalte Rahmung
Für die Säkularfeier zu Dürers Todestag 1828 entstand in München die gemeinsame Idee einer Gruppe von Schülern des Peter von Cornelius, eine Folge von sieben Transparenten mit Szenen aus Dürers Leben für den großen Rathaussaal in Nürnberg zu entwerfen. Die Transparentgemälde sind nicht erhalten, Vorarbeiten der beteiligten Künstler sowie Kopien nach den Werken geben Aufschluss über Projekt und Einzeldarstellungen.
Wilhelm von Kaulbach gestaltete die zweite Episode des Zyklus, die Vermählung Albrechts mit Agnes Frey vorstellend. Das Brautpaar hatte vor einem Priester Aufstellung bezogen, der die Zeremonie vornahm. Albrecht steckte seiner Frau gerade den Ring an den Finger. Hinter den beiden standen jeweils ihre Eltern und flankiert wurde die Szene im Hintergrund von zwei hohen Kerzenleuchtern, wie aus der Beschreibung eines Augenzeugens im Kunstblatt (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 34, S. 135) sowie späteren Kopien hervorgeht. Erhalten hat sich zudem eine vorbereitende Bleistiftstudie Kaulbachs (Berlin, Nationalgalerie, Abb. bei Lüdecke/ Heiland 1955, Tafel 24), die hinsichtlich der Gesamtkomposition und der Gestaltung der Hauptfiguren bereits der finalen Ausführung entsprach, in einzelnen Details, etwa die Leuchter und weitere Personen im Hintergrund betreffend, noch abgeändert wurde (vgl. hierzu auch Mende 1969, S. 182).
Die theoretische Grundlage für die Szene lieferte ein Auszug aus Friedrich Campes "Reliquien Albrecht Dürers" (vgl. Campe 1828, S. 8), der als unter der Darstellung angebrachte Inschrift das Geschehen erläuterte. Als Quelle verwendete Campe unter anderem die Bamberger Abschrift der Familienchronik, die er bei der Beschreibung der Vermählung wortgetreu übernahm (vgl. Staatsbibliothek Bamberg, Sign. JH.Msc.Art.50, fol. 6r). Ebenso wie die anderen sechs Episonden war die Hochzeit umgeben von einer gemalten Rahmung in Form eines gotischen Spitzbogens mit Maßwerk, der oben in Drei- und Vierpassfeldern Platz für drei Bildnisse ließ – hier Martin Luther, Philipp Melanchthon und Willibald Pirckheimer (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 35, S. 137).
Bei der Übertragung der Kartons auf die Transparente wurden die Münchner Künstler von zahlreichen zum Fest angereisten Malern unterstützt (vgl. Cornill 1865 II, S. 14). Im Fall von Kaulbachs Szene lässt sich keiner der Helfer namentlich identifizieren. Präsentiert wurden die Gemälde schließlich an der Ostseite des Rathaussaales. Eine ephemere Wandverkleidung schuf eine chorähnliche Nische, die sakraler Architektur nachempfunden war. Die Vermählung war als eine der fünf in dieser Apsis gezeigten Episoden links platziert und folgte auf "Dürer kommt in die Lehre zu Wolgemut" an der linken Stirnseite. Nach der Säkularfeier verblieben die Transparente im Besitz der Stadt Nürnberg und waren noch 1860 "wohlerhalten in der Kunstschule zu Nürnberg" (vgl. Förster 1860, S. 70). Danach verliert sich ihre Spur (vgl. Mende 1969, S. 197, Anm. 2).