Die bis in die Darstellung beschnittene Federzeichnung "Herkules in einer Halle, darüber Venus mit Amor" gehört als Teil des Nachlasses von Hans Sloane zum Gründungsbestand des British Museum.
In eine zweistöckige Architektur eingebettet, sind antike Gottheiten. Im unteren Bereich erblicken die Betrachter:innen durch einen Rundbogen Herkules, erkennbar am Fell des nemeischen Löwen und an der Keule. Oberhalb steht Venus unter einem Rundbogen. Sie hält in der einen Hand eine brennende Fackel und packt mit der anderen Amor unsanft am Handgelenk, der mit Pfeil und Bogen ausgestattet ist und eine Augenbinde trägt.
Die Deutung der Zeichnung, sowohl den Inhalt als auch den Zweck betreffend, ließ Forschende rätseln. Wiederholt wurde sie als Entwurf für ein Wandgemälde interpretiert und stilistisch mit einer im Berliner Kupferstichkabinett aufbewahrten Zeichnung (vgl. KdZ 5018) in Verbindung gebracht (vgl. Rowlands 1993 I, S. 83, Kat.-Nr. 177). Tietzes, von denen die weder datierte noch eigenhändig monogrammierte Federzeichnung aus dem Gesamtwerk Dürers ausgeschlossen wurde, rückten sie in die Nähe von Georg Pencz (vgl. Tietzes 1938 II, S. 123, A 355).
S. 11, Nr. 260
S. 123, A 355
S. 146, Nr. 1553
S. 992, 1506/58