Albrecht Dürers Tod, 167934

Titel
Albrecht Dürers Tod
Vorschaubild
Inhaltliche Entstehung
Künstler*in
Rolle
Inventor
Datierung
1828
Ausführung
Rolle
Maler
Datierung
29.03.-06.04.1828
Ort
Nürnberg
Technik
Malerei
Bezeichnung
Anbringungsort
unterhalb
Bezeichnungstyp
Inschrift
Transkription

Gott wolle dem frommen Albrecht grädig und barmherzig seyn. Denn er hat wie ein frommer Biedermann gelebt. So ist er auch ganz christlich und selig verstorben. Darum seines Heils nicht zu fürchten ist. Gott verleih uns seine Gnade, daß wir ihm zu seiner Zeit seliglich nachfolgen.

Quelle
nach Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 35, S. 138; aus Campe 1828, S. 164
Rahmung
Beschreibung

gemalte Rahmung

Kommentar

Für die Säkularfeier zu Dürers Todestag 1828 entstand in München die gemeinsame Idee einer Gruppe von Schülern des Peter von Cornelius, eine Folge von sieben Transparenten mit Szenen aus Dürers Leben für den großen Rathaussaal in Nürnberg zu entwerfen. Die Transparentgemälde sind nicht erhalten, Vorarbeiten der beteiligten Künstler sowie Kopien nach den Werken geben Aufschluss über Projekt und Einzeldarstellungen.
Carl Hermann gestaltete die letzte Episode des Zyklus, den Tod Albrecht Dürers vorstellend. Die Beschreibung eines Augenzeugens im Kunstblatt (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 35, S. 138) sowie spätere Kopien lassen Rückschlüsse auf das Transparent zu: Der verstorbene Künstler lag aufgebahrt in einem Sarg, der auf einem Tisch stehend frontal zum Betrachter in die Tiefe des Bildraums fluchtete. Der Tote war in ein weißes Gewand gekleidet, der lorbeerbekränzte Kopf ruhte auf einem Kissen. Um den Sarg herum waren Kerzenleuchter und Blumen aufgestellt. Drei Nonnen brachten links Kränze herbei, während rechts drei Männer dem Verstorbenen huldigten, die die Gesichtszüge von Bertel Thorvaldsen, Christian Daniel Rauch und Friedrich Overbeck aufwiesen. Dass Hermann Porträts der drei Künstler in die Totenszene integrierte, wurde von Zeitgenossen mitunter kritisch kommentiert (vgl. Mende 1969, S. 205, Anm. 80). Hinterfangen wurde die Szene von einem Spitzbogen, der den Blick auf den Nachthimmel freigab. Unterhalb der bildlichen Darstellung erläuterte eine Inschrift den Tod Dürers, die einen Auszug aus Friedrich Campes "Reliquien Albrecht Dürers" in leicht veränderter Form wiedergab (vgl. Campe 1828, S. 80). Dem Text zu Grunde liegt ein Briefkonzept Willibald Pirckheimers an Johann Tschertte (vgl. Nürnberg, Stadtbibliothek mit Bildungscampus Nürnberg, Sign. PP 396, fol. 3v).
Ebenso wie die anderen sechs Szenen war die Totenszene eingebettet in eine gemalte Rahmung mit gotischem Spitzbogen und Maßwerk. Zu vermuten ist, dass auch hier oberhalb der Darstellung Drei- und Vierpassfelder Platz für drei Porträts ließen. Im Gegensatz zu den anderen Episoden fehlen jedoch genauere Informationen. Bei der Übertragung der Kartons auf die Transparente wurden die Münchner Künstler von zahlreichen zum Fest angereisten Malern unterstützt (vgl. Cornill 1865 II, S. 14). Im Fall des aufgebahrten Dürers auf dem Sterbebett nahm Hermann die Ausführung allerdings wohl allein vor (vgl. Förster 1874, S. 406). Präsentiert wurden die Gemälde schließlich an der Ostseite des Rathaussaales. Eine ephemere Wandverkleidung bildete eine chorähnliche Nische, die sakraler Architektur nachempfunden war. Die Totenszene war als letztes Bild rechts der Apsis an der Stirnseite platziert, die parallel zur östlichen Saalwand verlief (vgl. Morgenblatt für gebildete Stände/ Kunstblatt 9 (1828), Nr. 35, S. 138). Nach der Säkularfeier verblieben die Transparente im Besitz der Stadt Nürnberg und waren noch 1860 "wohlerhalten in der Kunstschule zu Nürnberg" (vgl. Förster 1860, S. 70). Danach verliert sich ihre Spur (vgl. Mende 1969, S. 197, Anm. 2).

Autor*in
Datum
17.07.2025
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S. 187

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Datum
17.07.2025