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Componirt von Simon Wagner
Lith. von Joh: Williard 1829.
Sein boess Weib hat ihn dermass gepeiniget und zu der Arbeit hertig=
lich gedrungen, dass er sich desto schneller von hinnen gemacht.
Schreiben Wilib. Pirckheimers an Joh. Tscherte 1528.
gedr: in der Königl. Steindruckerei in Dresden.
gedruckte Einfassungslinien
Nach zeichnerischen Entwürfen Simon Wagners fertigte Johann Williard sieben Federlithographien, die verschiedene Stationen aus dem Leben Albrecht Dürers illustrieren. Mit einem Vorwort von Johann Gottlieb von Quandt erschien die Folge 1829 in Dresden. Die siebte Szene zeigt den kranken Dürer kurz vor seinem Tod. Er hat sich in seinem Bett aufgerichtet und dem von rechts herantretenden Freund Willibald Pirckheimer zugewendet. Im Hintergrund verlässt Dürers Frau Agnes gerade die Kammer und blickt sich mürrisch zu dem Besucher um. In einem Brief an Johann Tschertte gab Pirckheimer Agnes die Schuld an Dürers Tod (vgl. Nürnberg, Stadtbibliothek mit Bildungscampus Nürnberg, Sign. PP 396, fol. 3r). Die Inschrift unterhalb des Bildfelds bezieht sich auf diesen Vorwurf und gibt ihn paraphrasiert wieder. Erstmals veröffentlichte Christoph Gottlieb von Murr 1781 Pirckheimers Zeilen (vgl. Murr 1781 X, S. 36). Größere Verbreitung erfuhren sie insbesondere durch Friedrich Campes 1828 herausgegebene "Reliquien Albrecht Dürers" (vgl. Campe 1828, S. 163), die Wagner für mehrere der den Szenen beigegebenen Inschriften als Vorlage heranzog.
Die druckgraphische Folge der Lebensstationen Dürers entstand wohl als Reaktion auf die Transparente der Nürnberger Dürer-Feier von 1828, geschaffen von einer Gruppe Münchner Künstler um Peter von Cornelius, die sich ebenfalls auf Campes "Reliquien" bezogen hatten (vgl. Ausst.-Kat. Göttingen/ Rom 2025, S. 272). Wagner wählte zum Teil jedoch andere Geschehnisse aus Dürers Leben für seinen Zyklus aus – so unterscheidet sich die Darstellung des sterbenden Künstlers signifikant von ihrem 1828 von Carl Hermann gestalteten Pendant "Albrecht Dürers Tod".
S. 276, Kat.-Nr. 58 g