I.H
Der Künstler kopierte Dürers nahezu quadratischen Holzschnitt "Der heilige Christophorus" verkleinert und von der Gegenseite. Obwohl er zudem den Bildausschnitt veränderte und das Motiv in die Technik der Radierung übersetzte, ist die Orientierung an der Vorlage deutlich erkennbar.
Der bis zu den Knien im Wasser stehende Hüne überquert, auf seinen Stab gestützt, den Fluss. Ernst und konzentriert senkt er seinen Blick, hält sich vor Anstrengung an seinem Gürtel fest, während der kleine Heiland schwer auf seinen Schultern lastet. Der Knabe ist durch einen strahlenden Kreuznimbus akzentuiert und vollzieht den Segensgestus über dem Haupt des Riesen. Im kräftigen Gegenwind wehen die Umhänge beider Protagonisten. Am linken Rand steht ein Einsiedler mit Laterne am Flussufer.
Anstelle der Datierung im Original ist in Hopfers Kopie dessen Zeichen in die Darstellung integriert. Spätere Abzüge tragen oben links die Nummer "201" des Nürnberger Verlegers David Funck, der die Platte im 17. Jahrhundert besaß, nummerierte und Abzüge verbreitete.
S. 191, Nr. 15