I. H
Der Künstler kopierte Dürers Kupferstich "Der heilige Georg zu Pferd" aus den Jahren 1505/ 1508 leicht vergrößert und übersetzte ihn in die Technik der Radierung. Der durch einen zarten Strahlennimbus akzentuierte Reiter trägt Helm, Wams und Harnisch und hat die Turnierlanze mit Kreuzfahne über das im Stand nach vorne geneigte Pferd gelegt. Durch den größer gewählten Bildausschnitt und die veränderte Hintergrundgestaltung entfaltet die Komposition eine andere Wirkung. Zwar zeigt Hopfer den Heiligen wie in der Vorlage im verlorenen Profil, gestaltet jedoch den Hintergrund durch waagrechte Parallelschraffuren, die sich nebulös abzusenken scheinen. Die Standfläche des Pferdes, auf der das getötete Ungeheuer liegt, ist inselgleich isoliert.
Anstelle von Dürer-Monogramm und Datierung im Original ist in Hopfers Kopie dessen Zeichen in die Darstellung integriert. Spätere Abzüge tragen unten rechts die Nummer "205" des Nürnberger Verlegers David Funck, der die Platte im 17. Jahrhundert besaß, nummerierte und Abzüge verbreitete.
S. 46, Nr. 56 Kopie 1
S. 195, Nr. 19