LH
feine Einfassungslinien
Der Künstler kopierte Dürers um 1501 gefertigten Kupferstich "Der Fahnenschwinger", auch als "Der Fähnrich" bekannt, und übersetzte ihn dabei in die Technik der Radierung. Zwar vergrößerte er den Bildausschnitt in der Vertikalen, doch ist die Orientierung an der Vorlage deutlich erkennbar.
Auch bei Hopfer steht der stolze Mann im leichten Kontrapost an einer Steilküste und präsentiert den Betrachtenden die Feldstandarte, welche die Insignien des Ordens vom Heiligen Vlies zeigt. Während im Hintergrund Schiffe über die Wasseroberfläche gleiten, schwingt er die Fahne und greift forsch an den Griff seines Schwertes.
Hinweise auf Dürer als den geistigen Schöpfer der Bildidee fehlen, doch das Zeichen des eigentlichen Künstlers ist in die Darstellung integriert. Spätere Abzüge der Radierung tragen oben links die Nummer "159" des Nürnberger Verlegers David Funck, der die Platte im 17. Jahrhundert besaß, nummerierte und Abzüge verbreitete.
S. 84, Nr. 92 Kopie 1