Die Betrachter*innen anblickend, zeigt die Darstellung eine Maria in rotem Umhang samt nacktem Jesuskind auf dem Schoß und einem Granatapfel in den Händen, vor einer weitläufigen, fein ausgearbeiteten Landschaft. Die Provenienz vor dem Erwerb der Tafel durch Georg Schäfer im Jahr 1961 ist ungewiss, sie blieb bis dahin unbekannt und befand sich in italienischem Privatbesitz. Roberto Longhi führte das Gemälde 1961 als Werk Dürers in die Forschung ein (vgl. Longhi 1961). Die Datierung ist ungewiss. Angaben reichen von der Verortung in Dürers erste Italienreise um 1994/ 1995 aufgrund von stilistischen Vergleichen (vgl. u.a. Löcher 1983, S. 190; Anzelewsky 1991 I, S. 130), Peggy Große spricht sich für eine Datierung um 1500/ 1510 aus (vgl. Große 2012; Ausst.-Kat. Nürnberg 2012, S. 335). Auch der Bildträger aus Pappelholz wird für eine Entstehung des Gemäldes in Italien herangezogen.
Ebenfalls ungeklärt ist der ausführende Künstler der Tafel. Als besitzende Institution schreiben die Kunstsammlungen der Veste Coburg das nicht signierte oder datierte Gemälde weiterhin Dürer zu, andere Forschende zweifeln oder bestreiten die Autorschaft Dürers. Peggy Große stützt ihre Zuschreibung der Tafel an einen unbekannten oberdeutschen oder oberitalienischen Meister auf die kunsttechnologische Untersuchung mithilfe von Infrarotreflekografie. Diese zeigte eine detaillierte, ganzflächige und dichte Unterzeichnung der Figurengruppe, die bei keinem anderen Gemälde Dürers in der Form festzustellen ist (vgl. Große 2012, S. 241-242).
S. 74, Nr. 15
S. 22
S. 44
S. 277, Nr. FW 3
S. 335