Das ist mein wirt zw antorf
Jobst Planckfelt
1520
AD
Während seiner berühmten Reise in die Niederlande porträtierte Dürer zahlreiche seiner Begegnungen. Hierzu gehört das Brustbild eines Mannes in Mantel und mit Kopfbedeckung, das sich seit 1845 im Bestand des Städel Museums in Frankfurt befindet. Der Künstler versah es nicht nur mit der Jahreszahl "1520" und seinem Monogramm, sondern identifizierte den Dargestellten mit folgender Notiz: "Das ist mein wirt zw antorf Jobst Planckfelt".
In dem sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, findet sich der Name des Herbergswirtes mehrfach. Dürer erwähnt ihn direkt bei seiner Ankunft in der Unterkunft, in Zusammenhang mit dort abgehaltenen Essen, Zahlungen, Geschenken, einem offerierten Einblick in eine Antwerpener Malerwerkstatt, und schreibt eben auch, dass er ein Bildnis von ihm anfertigte (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 10).
Forschende nahmen an, dass die Federzeichnung zu einem Skizzenbuch gehörte, in das Dürer während seiner Reise mit der Feder zeichnete (vgl. Strauss 1974 IV, S. 1928). Wiederholt brachte man die Frankfurter Zeichnung auch mit einem Gemälde in Verbindung, das in Madrid aufbewahrt wird (Madrid, Prado, Inv.-Nr. P002180), da man darauf denselben Dargestellten erkennen wollte. Über den visuellen Abgleich hinaus gibt es für diese Vermutung allerdings keinen fundierten Beleg.
S. 11, Nr. 755
S. 107, Nr. 1038
S. 1918, 1520/8