Das Aquarell zeigt eine sommerliche Ansicht des Albrecht-Dürer-Hauses aus nordöstlicher Richtung zur Mittagszeit, wie der Schattenwurf der Altstadthäuser vermuten lässt. Rechts erhebt sich die Neutormauer, unter der ein Pferdekarren zum Tiergärtnertor hinausfährt. Auf dem Platz im Vordergrund unterhalten sich rechts zwei Frauen. Zwei weitere Figuren durchqueren die Gasse, die entlang der Stadtbefestigung in die Bildtiefe fluchtet.
Auf der Zeichnung selbst befinden sich keine Hinweise auf den Künstler oder das Jahr der Entstehung. Sie ist zusammen mit einem weiteren Blatt, den Blick in die Eingangshalle des Albrecht-Dürer-Hauses wiedergebend (vgl. Staatsbibliothek Bamberg, Inv.-Nr. I B 20b), auf einem Bogen montiert (vgl. Staatsbibliothek Bamberg, Montage I B 20a-b). Beide Aquarelle stammen aus der Graphiksammlung Joseph Hellers (vgl. Heller'sches Kupferstich-Verzeichniß, SBB, Msc.Misc.177(2, fol. 3v, Nr. 20).
In der Albertina, Wien, hat sich zudem aus dem ehemaligen Besitz Herzog Alberts von Sachsen-Teschen von beiden Blättern eine zweite, jeweils gleichgroße und nahezu identische Version erhalten (vgl. Wien, Albertina, Inv.-Nrn. 5572 und 5573). Die Wiener Exemplare werden in den noch zu Lebzeiten des Herzogs angelegten Inventaren als Werke von Johann Adam Klein aufgeführt (sog. Alte Cahiers, Ecole Allemande, vol. XXX, Feuilles 1542b; nach Auskunft von Christof Metzger). Eine vergleichbare Ansicht des Künstlerhauses von einem leicht nach Norden versetzten Blickpunkt aus und mit abweichenden Staffagefiguren, die Klein 1815 gezeichnet hatte, diente Johann Christoph Erhard im Folgejahr als Vorlage für die Radierung "Albrecht Dürers Haus in Nürnberg". Naheliegend ist daher die Annahme, auch die erhaltenen Aquarelle seien 1815 entstanden, zumal Klein 1816 von Nürnberg nach Wien übersiedelte.