zw antorff
gemacht
Das ist hawbt
man felix der
köstlich lavten
schlaher
1520
AD
Während seiner berühmten Reise in die Niederlande porträtierte Dürer zahlreiche seiner Begegnungen. Hierzu gehört das Brustbild eines bärtiges Mannes mit Kopfbedeckung, dessen Gesicht durch die Deformation seines linken Auges geprägt ist. Der Künstler versah das Bildnis nicht nur mit seinem Monogramm und der Jahreszahl "1520" und notierte Antwerpen ("antorff") als Entstehungsort, sondern identifizierte den Dargestellten zudem mit folgender Notiz: "Das ist hawbt man felix der köstlich lavten schlaher".
In dem sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, findet der Name des Mannes an verschiedenen Stellen Erwähnung. Dürer schreibt von gemeinsamen Essen, dass "Felix" ihm Kunst abkaufte oder seiner Ehefrau Agnes, die ihn auf der Reise begleitete, ein Schälchen schenkte. Zudem nennt er zwei Porträts. Während "Felix knient" (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 31, Z. 16) als die ebenfalls beschriftete Zeichnung des knienden Mannes mit Schild und Schwert identifiziert wird (Wien, Albertina, Inv.-Nr. 3163), deuten Forschende die erstgenannte als das vorliegende Brustbild (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 11, Z. 3).
Außerdem ist man der Ansicht, dass die Federzeichnung zu einem Skizzenbuch gehörte, in das Dürer während seiner Reise mit der Feder zeichnete (vgl. Strauss 1974 IV, 1520/10, S. 1922).
S. 25, Nr. 561
S. 22, Nr. 141
S. 11, Nr. 756
S. 106, Nr. 1025
S. 374, Nr. 121
S. 1922, 1520/10