Bei der Malerei in Deckfarben auf Pergament handelt es sich um die früheste Darstellung der Heiligen Familie im Werk Dürers. Maria, das nackte Jesuskind und Joseph gibt Dürer dabei eng zusammengerückt, vor einem Vorhang stehend und mit Blick in eine Landschaft wieder. Die Darstellung wird von einem aufwendig gestalteten Trompe-l’œil-Rahmen eingefasst, der gotisches Astwerk mit vergoldeten Maßwerkformen und farbigem Marmor kombiniert (vgl. Ausst.-Kat. Frankfurt 2013, S. 68).
Die Zuschreibung wurde in der Literatur vielfach diskutiert, wird heute aber akzeptiert. Die Entstehung des Bildes kann nicht genau datiert werden; Fedja Anzelewsky schlägt u.a. aufgrund der postulierten Nähe zur „Maria mit dem Kind vor einem Torbogen“ (vgl. Parma. Fondazione Magnani Rocca, Inv.-Nr. 581) und Giovanni Bellinis „Madonna mit dem Kind“ (Bergamo, Accademia Carrara, Inv.-Nr. 58MR00020) eine Entstehung des Bildes während Dürers erster Italienreise vor (vgl. Anzelewsky 1991 I, S. 131). Laut Adela Kutschke entstand das Bild aufgrund der betonten angeblichen zahlreichen stilistischen und motivischen Beziehungen kurz nach Dürers um 1495 datierten Pinselzeichnung der „Maria mit Kind in einer Nische“ (vgl. Köln, Wallraf-Richartz-Museum, Inv.-Nr. Z 130) und vor dem Holzschnitt „Die Heilige Familie mit den drei Hasen“, der um 1497 gedruckt wurde (vgl. Ausst.-Kat. Frankfurt 2013, S. 68). Kutschke betont zudem die Nähe der Darstellung zur oberrheinischen Kunst statt zu italienischen Vorbildern (vgl. Ausst.-Kat. 2013, S. 68).
S. 14, Nr. 113 a
S. 79, Nr. 726
S. 258, Nr. 1494/31