ein türgin
Die "Zwei Studien einer Frau aus dem Burgenland", die sich seit 1841 im Bestand der Biblioteca Ambrosiana in Mailand befindet, ist weder datiert noch eigenhändig monogrammiert. Die oberhalb der ganzen Figur von Dürer aufgebrachte Notiz "ein türgin" war wiederholt Gegenstand von Einordnungsdebatten.
Bereits Erika Tietze-Conrat korrigierte die Lesart von "ein türgin" in "ein bürgin" (vgl. Tietzes 1938 II, S. 20, Nr. 796), erhielt dafür aber nicht nur Zuspruch (vgl. Winkler IV, S. 9, Nr. 751). Ursula Mende konnte die Tracht in den Regionen Böhmen, Schlesien und Niederösterreich nachweisen (vgl. Ayooghi/ Lange-Krach 2021, S. 190). Christof Metzger meint, dass die Studien etwa im Spätherbst 1520 in Antwerpen entstanden sein könnten (vgl. Ausst.-Kat. Aachen 2021, S. 212).
Forschende nahmen insgesamt an, dass die Federzeichnung zu einem Skizzenbuch gehörte, in das Dürer während seiner Reise mit der Feder zeichnete (vgl. Strauss 1974 IV, S. 1952, 1520/25). In dem sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, kann sie nicht eindeutig nachgewiesen werden.
S. 23, Nr. 857
S. 20, Nr. 796
S. 124, Nr. 1257
S. 1952, 1520/25
S. 190