Dürer porträtiert in dieser Tüchleinmalerei Kurfürst Friedrich den Weisen von Sachsen im nach rechts gewandten Dreiviertelprofil vor einem grünen Hintergrund. Mit schwarzem Barett, offenen, lockigen Haaren, Bart und einem mit Goldbrokat besetztem Damast-Wams, stützt dieser sich mit den Ellbogen auf eine Brüstung am unteren Bildrand und hält einen aufgerollten Zettel in seinen Händen. Das Monogramm am unteren linken Bildrand wurde von anderer Hand wohl später hinzugefügt.
Das Entstehungsjahr des undatierten Gemäldes wird in der Literatur vielfach diskutiert. Die ältere Forschung nahm an, das Gemälde sei 1496 entstanden, als sich der Kurfürst in Nürnberg aufhielt. Kurt Löcher wies jedoch darauf hin, dass der Porträtierte hier ein Barett mit hochgeklappter Krempe trägt, das erst ab 1500 in Mode kam (vgl. Löcher 1985, S. 49). Da sich der Kurfürst auch 1500 und 1501 mehrfach in Nürnberg aufhielt, ist eine Entstehung während dieser Aufenthalte wahrscheinlich (vgl. Ausst.-Kat. Nürnberg 2012, S. 356).
Dürer porträtierte den sächsischen Kurfürsten 1524 rund 20 Jahre nach der Anfertigung des Gemäldes erneut im Kupferstich Friedrich des Weisen, für den er 1522/ 1523 eine vorbereitende Zeichnung während Friedrichs Aufenthalt in Nürnberg im Zuge des Reichstages anfertigte (Paris, École des Beaux Arts, Inv.-Nr. EBA 1658).
S. 356
S. 261, Nr. 14