1497
AD
Die Tafel ist eine Kopie eines unbekannten Malers des 17. Jahrhunderts nach Dürers Tüchlein "Bildnis einer jungen Frau mit offenen Haaren" aus dem Jahr 1497, das sich heute im Städel Museum in Frankfurt am Main befindet (vgl. Frankfurt am Main, Städel Museum, Inv.-Nr. 937). Die Kopie wurde gerade in der älteren Forschung teilweise Dürer zugeschrieben und als Urbild deklariert (vgl. u.a. Thausing 1884 I, S. 192), was heute jedoch widerlegt ist. Wie das Urbild, war wohl auch diese Kopie ursprünglich Teil eines Doppelbildnisses, das durch das "Bildnis der sogenannten Fürlegerin mit geflochtenem Haar" (Leipzig, Museum der bildenden Künste, Inv.-Nr. G 1708) ergänzt und zu einem unbekannten Zeitpunkt von diesem getrennt wurde.
Die Münchener Kopie gleicht dem Frankfurter Urbild grundlegend, es wurden jedoch einige Modifikationen vorgenommen: Das ursprünglich perlenbesetzte Schapel der jungen Frau wird durch ein fast transparentes Schleiertuch ersetzt, das dunkle Gewand ist in der Kopie leuchtend rot und der Rosenkranz in den Händen der Porträtierten wird zu einem Armband umfunktioniert, wodurch das Motiv zu einem Madonnenbild uminterpretiert wird (vgl. Ausst.-Kat. Frankfurt am Main/ Berlin/ Leipzig 2006, S. 22). Zudem fehlt das Wappen, das auf dem Urbild nachträglich angebracht wurde und lange für die Identifizierung der Porträtierten als Mitglied der Nürnberger Patrizierfamilie Fürleger sorgte.
S. 561
S. 278, a
S. 357