Dürer's Haus, 188715

Titel
Dürer's Haus
Vorschaubild
Inhaltliche Entstehung
Rolle
Inventor
Datierung
1714
Ausmaß
Dacherker
Künstler*in
Rolle
Inventor
Datierung
1815
Ausführung
Rolle
Lithograph
Datierung
vor 1853
Technik
Kreidelithographie
Bezeichnung
Anbringungsort
unterhalb mittig der Darstellung
Bezeichnungstyp
Inschrift
Transkription

Dürer's Haus.

Technik
gedruckt
Anbringungsort
unten links
Bezeichnungstyp
Signatur
Transkription

J C Ochlich [?]

Technik
gedruckt
Kommentar

Die Kreidelithographie von Johann Conrad Ochlich zeigt eine Ansicht des Albrecht-Dürer-Hauses vom Tiergärtnertorplatz aus nordöstlicher Richtung. Der Platz und die angrenzende Gasse, die entlang der Neutormauer verläuft und sich rechts in die Bildtiefe erstreckt, sind menschenleer. Der Künstler signierte die undatierte Arbeit unten links.
Ochlich wohnte ab etwa 1831 bis 1870 als Kustos im Albrecht-Dürer-Haus, das seit 1826 von der Stadt Nürnberg an den Albrecht Dürer Verein vermietet worden war. Die Graphik entstand vermutlich zu dieser Zeit, jedoch vor 1853: im Publikationsorgan des Germanischen Museums wurde ein Blatt mit dem "Albr.-Dürerhaus zu Nürnberg, Lithographie" als Schenkung von Ochlich für die Kunst- und Altertumssammlung verzeichnet (vgl. Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. Band N.F. 1 [1853/ 1854], Sp. 118; vermutlich heute noch im GNM, Inv.-Nr. SP10759).
Die Hausansicht entspricht dabei nicht dem tatsächlichen Erscheinungsbild des ehemaligen Künstlerhaus in den Jahren 1830 bis 1850. So fehlen etwa die durch Carl Alexander Heideloff 1826 eingebauten neugotischen Maßwerkfenster im zweiten Obergeschoss. Ochlich scheint sich stattdessen ältere Darstellungen als Vorlage genommen zu haben um eine vermeintlich historisch-authentische Ansicht zu rekonstruieren. Vorranging verwendete er wohl die Radierung "Albrecht Dürers Haus in Nürnberg" von Johann Christoph Erhard, die wiederum auf einer Zeichnung Johann Adam Kleins von 1815 beruht. Perspektive und Bildausschnitt sind identisch, ebenso wie die Gestalt des Hauses – bis hin zu der Wäscheleine auf dem Balkon unterhalb des Dachüberstands. Die Staffagefiguren übernahm Ochlich dagegen nicht. Er ergänzte einen Erker auf der östlichen Dachseite. Den tatsächlich bereits 1790 abgebrochenen Erker kopierte er wohl nach einer Radierung Johann Adam Delsenbachs mit einem "Prospekt des Platzes beim Tiergärtnertor in Nürnberg".

Autor*in
Datum
09.12.2025
Abgebildeter Gedächtnisort
Bearbeitung
Erfassung
Datum
08.12.2025