Das um 1495/ 1500 datierte Gemälde zeigt einen unbekannten Mann mittleren Alters als Brustbild in Dreiviertelansicht. In einer blaugrauen, pelzbesetzten Schaube mit schwarzem Rock darunter, lockigen dunklen Haaren, auffälliger Warze auf der Wange und dem in die Ferne gerichteten Blick, steht der Mann vor einem grünen, in Teilen verputzten Hintergrund. Das Gemälde war bis 1971 unbekannt und wurde in diesem Jahr erstmals von Fedja Anzelewsky als Werk Dürers in die Forschung eingeführt (vgl. Anzelewsky 1971, S. 148, Nr. 47). Jochen Sander zweifelt aufgrund der summarischen Ausführung von Gewand und Hintergrund sowie der schlichten Gestaltung im Vergleich zu den um 1499 und damit wohl in zeitlicher Nähe entstandenen Bildnissen für Mitglieder der Familie Tucher an der Zuschreibung an Dürer (vgl. Ausst.-Kat. Frankfurt am Main 2013, S. 111). Bodo Brinkmann schreibt das Gemälde dem Frankfurter Maler Martin Caldenbach gen. Hess zu und stützt sich auf Parallelen in der Unterzeichnung und Malweise zu Caldenbachs "Bildnis des Jakob Stralenberger" (vgl. Frankfurt am Main, Städel Museum, Inv.-Nr. 1739; Best.-Kat. Frankfurt am Main 2005, S. 150-152).
S. 150, Nr. 47
S. 277, Nr. FW 4
S. 150