1521
Das "Brustbild eines Orientalen" wurde erstmals 1910 von Elfried Bock für die Dürer-Forschung besprochen. Damals bereits Mitarbeiter des Berliner Kupferstichkabinetts berichtet er in den Neuigkeiten "Aus Sammlungen", die in den Mitteilungen für vervielfältigende Kunst erschienen, dass die Federzeichnung bis dahin "unbeachtet unter den zahlreichen anonymen deutschen Zeichnungen" der Sammlung verborgen gelegen habe (vgl. Mitteilungen für vervielfältigende Kunst 1910, S. 50).
Das in das Jahr 1521 datierte Profilbild eines bärtigen Mannes mit Turban wurde wiederholt mit einer Figur aus Dürers bereits 1518 gefertigter Radierung "Landschaft mit Kanone" in Verbindung gebracht. Tietzes schlossen die nicht monogrammierte Zeichnung aus Dürers Gesamtwerk aus und begründeten dies damit, dass es "sich bei diesem flauen Blatt um bloßes Schulgut handel[e], um typische Atelierstücke, die allerdings auf D[ürer] zurückgehen dürften." (Tietzes 1938 II, S. 99, A 256)
Obwohl die Federzeichnung nicht das Zeichen des Künstlers trägt, geriet die Forschungsmeinung der Tietzes nicht zum Konsens. Nachträglich ist sie von fremder Hand verschiedentlich nummeriert worden.
S. 26, Nr. 878
S. 99, A 256
S. 115, Nr. 1137
S. 2088, 1521/49
S. 193