1494 ⋅ ALBRECHT ⋅ THVRER ⋅ DER ⋅ ELTER ⋅ VND ⋅ ALT ⋅ 70 ⋅ IOR
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Die Tafel zeigt Dürers Vater Albrecht Dürer im Dreiviertelprofil mit schwarzer Kappe und braunem Mantel. Es handelt sich um eine Kopie eines unbekannten Künstlers nach Dürers "Bildnis des Vaters" von 1497. Seit Moritz Thausing die Tafel aus dem Kanon der Dürer-Originale ausschloss, wurde die Kopie nur noch beiläufig gewürdigt (vgl. Thausing 1884 I, S. 45). Lange wurde ein bis auf die Farbigkeit fast identisches Gemälde in der National Gallery in London als Original diskutiert (vgl. London, The National Gallery, Inv.-Nr. NG 1938), heute geht die Forschung jedoch davon aus, dass es sich auch bei dem Londoner Gemälde um eine Kopie eines heute verschollenen Originals handelt, das ebenfalls für das Frankfurter Bildnis die Vorlage bildete (vgl. Best.-Kat. London 2024 I, S. 310). Die dendrochronologische Untersuchung ergab eine ungefähre Datierung des Gemäldes um 1600 (vgl. Best.-Kat. Frankfurt am Main 2005, S. 288); somit ist sie Zeugnis der sogenannten "Dürer-Renaissance".
Neben dieser Frankfurter und der Londoner Kopie des Vater-Bildnisses weitere identische Kopien in München (München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Inv.-Nr. WAF 237) und in Privatbesitz des Duke of Northumberland (Brentford, Syon House).
S. 288
S. 299