1497
Das malt Ich nach meines vatters gestalt
Da Er war sibenZich Jar alt
Albrecht Dürer
AD
Bei dem Tafelbildnis handelt sich um eine Kopie aus dem 16./ 17. Jahrhundert nach Dürers "Bildnis des Vaters" von 1497. Der unbekannte Künstler porträtiert Dürers Vater Albrecht Dürer im Dreiviertelprofil mit Kappe und Mantel. Lange wurde ein bis auf die Farbigkeit fast identisches Gemälde in der National Gallery in London als Original diskutiert (vgl. London, The National Gallery, Inv.-Nr. NG 1938), heute geht die Forschung jedoch davon aus, dass es sich auch bei dem Londoner Gemälde um eine Kopie eines heute verschollenen Originals handelt, das ebenfalls für das Münchener Bildnis die Vorlage bildete (vgl. Best.-Kat. London 2024 I, S. 310). Neben dieser und der Londoner Kopie des Vater-Bildnisses haben sich weitere identische Kopien in Frankfurt am Main (Frankfurt am Main, Städel Museum, Inv.-Nr. 874) und in Privatbesitz des Duke of Northumberland (Brentford, Syon House). Der Wortlaut der Inschrift in der oberen linken Ecke des Münchener Bildnisses unterscheidet sich in Gestalt und Wortlaut grundlegend von allen anderen Ausführungen in London, Frankfurt am Main und Brentford. Sie entspricht im Wortlaut derjenigen auf Dürers "Selbstbildnis von 1498" (vgl. Madrid, Museo del Prado, Inv.-Nr. P002179), weshalb Fedja Anzelewsky annimmt, sie entspräche am ehesten der ursprünglichen Beschriftung (vgl. Anzelewsky 1991 I, S. 152).
Nach dem Münchener Bildnis fertigte Johann Nepomuk Strixner wiederum die Lithografie "Bildnis des Albrecht Dürer d.Ä." an, als sich das Gemälde im Besitz des Fürsten zu Oettingen-Wallerstein befand.
S. 560
S. 306