zw perg[en]
Während seiner berühmten Reise in die Niederlande zeichnete Dürer nicht nur zahlreiche seiner Begegnungen, sondern auch Landschaften und Stadtansichten. Forschende nehmen an, dass er ein bereits für Silberstiftzeichnungen präpariertes, später aufgelöstes, Buch mit sich führte, um seine Eindrücke spontan festzuhalten (vgl. Nesselrath 2021, S. 229).
Der Künstler machte im Dezember 1520 Station in Bergen op Zoom (vgl. Unverfehrt 2007, S. 120). Im Bestand des Musée Condé in Chantilly ist seit 1886 eine Silberstiftzeichnung, die eine Stadtansicht zeigt und vom Künstler eigenhändig mit "zw perg[en] bezeichnet worden ist. Das sogenannte Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, beschreibt, dass Dürer am 3. Dezember, also am Barbaratag, von Antwerpen nach Bergen op Zoom ausritt (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 31, Z. 26), dort einkaufte und zeichnete.
Das Blatt mit der "Ansicht zu Bergen" ist auch rückseitig verwendet worden. Dort zeichnete Dürer ein Brustbild sowie eine Ansicht der im 19. Jahrhundert zerstörten Abteikirche St. Michael in Antwerpen. Die Zeichnungen der Vorder- und Rückseite sind in den gängigen Werkverzeichnissen unter jeweils eigener Nummer geführt (vgl. Winkler IV, S. 17, Nr. 768 und 769; Strauss 1974 IV, S. 1960, 1520/29 und S. 1962, 1520/30).
S. 15, Nr. 776
S. 141, Nr. 1491
S. 1962, 1520/30