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Während seiner berühmten Reise in die Niederlande zeichnete Dürer nicht nur zahlreiche seiner Begegnungen, sondern auch Sehenswürdigkeiten verschiedenster Art. Forschende nehmen an, dass er ein bereits für Silberstiftzeichnungen präpariertes, später aufgelöstes, Buch mit sich führte, um seine Eindrücke spontan festzuhalten (vgl. Nesselrath 2021, S. 229).
Der Künstler hielt sich in der ersten Dezemberhälfte des Jahres 1520 zweimal für ein paar Tage in Bergen op Zoom auf (vgl. Ausst.-Kat. Frankfurt am Main 2013, S. 352, Kat.-Nr. 14.9). Im Bestand des Städel Museums ist seit 1930 eine Silberstiftzeichnung des neuen Chors von St. Gertrudis, die erst Gustav Pauli im Jahr 1911 in die Dürer-Forschung einführte (vgl. Pauli 1911a, S. 5). Sie ist von Dürer eigenhändig oben rechts der Mitte bezeichnet. Im sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, wird die Zeichnung zwar nicht ausdrücklich erwähnt, doch schrieb er über seinen Aufenthalt (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 31-32).
Das Blatt, ehemals Teil des Silberstiftskizzenbuchs, ist auch rückseitig verwendet worden. Dort zeichnete Dürer zwei nicht in Zusammenhang stehende Porträts. Die Zeichnungen der Vorder- und Rückseite sind in den gängigen Werkverzeichnissen unter jeweils eigener Nummer geführt (vgl. Winkler IV, S. 18, Nr. 772 und 773; Strauss 1974 IV, S. 1968, 1520/33 und S. 1970, 1520/34).
S. 22, Nr. 853
S. 16, Nr. 779
S. 141, Nr. 1494