Cölnisch gepend
awff dem rin mein weib pey popart
Während seiner berühmten Reise in die Niederlande fertigte Dürer zahlreiche Porträts. Hierzu gehören die auf ein Blatt gezeichneten "Bildnisse eines Mädchens in kölnischer Tracht und Agnes Dürer". Die Silberstiftzeichnung befindet sich seit 1921 im Bestand der Albertina in Wien.
Der Künstler ergänzte beide Darstellungen jeweils um eine Notiz. Oben links notierte er "Cölnisch gepend", weshalb Forschende aus gutem Grund annehmen durften, er zeichnete die junge Frau in Tracht auf der Rückreise auf Station in Köln. Für das Bildnis seiner Frau gab er "awff dem rin" und "pey popart" als Entstehungsort an. Ihr Porträt setzte er also etwas später daneben, wohl auf dem Schiff rheinaufwärts bei Boppard (vgl. Koschatzky/ Strobl 1971, S. 378, Nr. 123). In dem sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, finden die Bildnisse nicht direkt Erwähnung.
Die Blätter des nachträglich aufgelösten Buches verwendete der Künstler zumeist beidseitig. Im vorliegenden Fall findet sich ein "Liegender Löwe" auf der Kehrseite. Die Zeichnungen der Vorder- und Rückseite sind in den gängigen Werkverzeichnissen unter jeweils eigener Nummer geführt (vgl. Winkler IV, S. 20, Nr. 780 und S. 21, Nr. 781; Strauss 1974 IV, S. 2022, 1521/13 und S. 2096, 1521/57).
S. 24, Nr. 813
S. 142, Nr. 1499
S. 378, Nr. 123
S. 2096, 1521/57