Während seiner berühmten Reise in die Niederlande zeichnete Dürer nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch zahlreiche seiner Begegnungen. Forschende nehmen an, dass er hierfür ein bereits für Silberstiftzeichnungen präpariertes Skizzenbuch mit sich führte, um Eindrücke spontan festhalten zu können (vgl. Nesselrath 2021, S. 229). Oftmals tragen die einzelnen Blätter, die heute diesem nachträglich aufgelösten Büchlein zugerechnet werden, mehrere Zeichnungen ohne inhaltlichen Zusammenhang. So zeichnete der Künstler auf die Kehrseite des Blattes mit den Frauenköpfen einen "Mörser auf einer Lafette". Die Zeichnungen der Vorder- und Rückseite sind in den gängigen Werkverzeichnissen unter jeweils eigener Nummer geführt (vgl. Winkler IV, S. 21, Nr. 782 und 783; Strauss 1974 IV, S. 2044, 1521/25 und S. 2084, 1521/46).
Das Blatt wurde vom Bamberger Sammler Joseph Heller in die Dürer-Forschung eingeführt (vgl. Heller Dürer 1827 I, S. 122, Nr. 12). Zu Beginn der 1820er Jahre war es in Besitz des Wieners Joseph Grünling, der für Hellers Publikation eine Aufstellung seiner eigenen Dürer-Zeichnungen durchkorrigierte (Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.40). Über den Hamburger Kunsthändler Ernst Georg Harzen war das Blatt aus der Sammlung Grünlings in die des Bremer Senators Hieronymus Klugkist gelangt. Der Mitbegründer des Bremer Kunstvereins vererbte diesem seine Kunstsammlung, sodass sie später in den Bestand der dortigen Kunsthalle überging. Die Zeichnung gehört zu den 1943 zu ihrem Schutz ausgelagerten Kunstwerken und gilt seither als verschollen (vgl. Lost Art-ID: 113337).
S. 28, Nr. 835
S. 142, Nr. 1500
S. 2084, 1521/46
S. 144, Kat.-Nr. 41