1521
AD
Die querformatige Federzeichnung der "Grabtragung" ist seit 1673 im Bestand der Florentiner Dürerzeichnungen nachweisbar und seit 1687 dort inventarisiert (vgl. Metzger 2021, S. 217). Der Künstler zeigt einen Zug von Trauernden der sich bildparallel auf die Grabstätte Christi zubewegt. Männer tragen den Leichnam mithilfe eines Tuches. Ihnen folgen die Marien mit dem Salbgefäß, Johannes und weitere Trauernde.
Die unten links mit der Jahreszahl "1521" und dem Monogramm versehene Zeichnung wird - ebenso wie zwei formatähnliche Kreuztragungen - mit einer Textstelle im sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise in Zusammenhang gebracht (vgl. Unverfehrt 2007, S. 169). Das Tagebuch, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, nennt "3 Auffrührung" (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 52, Z.15). Während die Identifikation der querformatige Kreuztragungen (vgl. Florenz, Gabinetto Disegno e stampe, Inv.-Nr. 1077 E und 1078 E) wenig Zweifel weckt, da das dargestellt Motiv vormals auch als "Ausführung Christi" bezeichnet wurde, wird die oft wiederholte Verbindung mit der Grabtragung - auch der Nürnberger (Inv.-Nr. St.N. 12589) - hinterfragt (vgl. Ausst.-Kat. Frankfurt am Main 2013, S. 362, Kat.-Nr. 14.15 und 14.16).
S. 21, Nr. 846
S. 25, Nr. 818
S. 2030, 1521/17