1521
AD
Die Federzeichnung mit den "Neun Studien zu einem heiligen Christophorus", die seit 1910 im Bestand des Berliner Kupferstichkabinetts ist, ist oben mittig in das Jahr "1521" datiert und mit Monogramm versehen. Dürer zeichnete sie während seiner berühmten niederländischen Reise, die er in den Jahren 1520/ 1521 unternahm.
Auf das grundierte Papier setzte der Künstler neun Variationen des Heiligen. In allen steht der Hüne im Wasser, stützt sich - mit einer Ausnahme - auf einen Stab, als er erstaunt bemerkt, dass der Knabe schwer auf seinen Schultern lastet. Der kleine Heiland vollzieht jeweils den Segensgestus.
Das Berliner Blatt zeugt von der vielseitigen Auseindersetzung des Künstlers mit Darstellungen des Heiligen. Es wird nicht nur mit den beiden 1521 angefertigten Kupferstichen "Der heilige Christophorus, nach rechts schauend" und "Der heilige Christophorus mit zurückgewandtem Kopfe" in Zusammenhang gebracht, sondern auch mit einer Textstelle im sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist (vgl. Unverfehrt 2007, S. 172). Hier notierte Dürer: "Den Maister Joachim hab ich 4 Christophl auff graue Papir verhöcht." (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 51, Z. 14-15). Forschende meinten, dass die genannten Zeichnungen für Joachim Patinir aus diesen Modellen entwickelt worden sind (vgl. Strauss 1974 IV, S. 2024, 1521/14).
S. 22, Nr. 849
S. 39, Nr. 877
S. 2024, 1521/14
S. 230