Die weiß gehöhte Federzeichnung "Der heilige Christophorus" gehört als Teil des Nachlasses von Hans Sloane zum Gründungsbestand des British Museum.
Der Künstler zeigt den Heiligen von seiner rechten Seite. Der Hüne schreitet durch wadentiefes Wasser. Bemerkend, wie schwer der Knabe auf seinen Schultern lastet, stützt er sich mit gesenkten Haupt auf seinen Stab. Den Betrachter:innen zugewandt, vollzieht der kleine Heiland den Segensgestus.
Die weder datierte noch monogrammierte Zeichnung wird von Forschenden mit einer Textstelle im sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise in Zusammenhang gebracht (vgl. Unverfehrt 2007, S. 172), das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist. Hier notierte Dürer: "Den Maister Joachim hab ich 4 Christophl auff graue Papir verhöcht." (z.B. Bamberg, Staatsbibliothek, Sign. JH.Msc.Art.1#1, S. 51, Z. 14-15).
Tietzes lehnten die Urheberschaft Dürers und damit auch die assoziative Verknüpfung mit dem Tagebucheintrag ab und bekräftigten vielmehr - wie Eduard Flechsig - die Nähe zu Hans Baldung Grien (vgl. Flechsig II, S. 466; Tietzes 1938 II, S. 128, A 377).
S. 19, Nr. 831
S. 128, A 377
S. 184, Nr. 48
S. 2026, 1521/15
S. 230