Das undatierte Tüchlein-Gemälde zeigt in einem stark angeschnittenem Bildraum vor einem schwarzen Hintergrund einen nach rechts geneigten eines Knaben mit kurzen blonden Locken, der den Betrachter*innen entgegenblickt. Das Monogramm wurde wohl nachträglich hinzugefügt (vgl. Metzger/ Zaunbauer/ Schütz 2025, S. 294, Nr. 40a). Die kunsttechnologischen Untersuchungen der Spannungslinien des Gewebes im Rahmen des Forschungsprojektes „Der frühe Dürer“ ergaben, dass der Knabenkopf, sowie sein zugehöriges Pendant „Knabenkopfes nach links gewendet“, wohl als stark beschnittene Fragmente eines von Dürers Tüchlein eines „Frauenkopfes“ unabhängigen Gemäldes zu bewerten sind (vgl. Ausst.-Kat. Nürnberg 2012, S. 358).
Vielfach wurde die Datierung des Tüchleins in der Forschung diskutiert, die meist zwischen 1503 und 1508 variiert. Ein Teil der älteren Forschung ging von der Entstehung während Dürers niederländischer Reise 1520/ 1521 aus (vgl. u.a. Ephrussi 1882, S. 273). Christof Metzger plädierte jüngst aufgrund der Nähe dieses Tüchleins zu einer Kopfstudie eines jungen Knaben in München (vgl. München, Staatliche Graphische Sammlung, Inv.-Nr. 12 Z; W. -; St. II/12) für eine Datierung um 1508 „als Provisorium“ (vgl. Metzger/ Zaunbauer/ Schütz 2025, S. 294, Nr. 40a).
S. 294, Nr. 40a