Während seiner berühmten Reise in die Niederlande zeichnete Dürer nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch zahlreiche seiner Begegnungen. Hierzu gehört das weder datierte noch monogrammierte "Bildnis eines Mannes", das seit 1835 zum Bestand des Musée du Louvre gehört.
Dürer zeigt eine Nahaufnahme des Dargestellten als Brustbild im linken Dreiviertelprofil. Der Mann mit Hemd, Mantel und ausladendem Hut nimmt den Bildausschnitt nahezu vollständig ein. Halblange Haare umschmeicheln sein Gesicht, der Blick ist in die Ferne gerichtet. Durch den schwarzen Hintergrund gewinnt das Bildnis an Plastizität.
Mithilfe des visuellen Abgleichens mit anderen Porträts sowie des sogenannten Tagebuchs der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, versuchten Forschende den Dargestellten zu identifizieren. So meinte man Wolf von Rogendorf oder Nikolaus Kratzer (vgl. Metzger 2021, S. 220) zu erkennen, doch kann die Identität nicht zweifelsfrei belegt werden.
S. 12, Nr. 380
Nr. 692
S. 110, Nr. 1077
S. 191, Nr. 62
S. 2060, 1521/34