Während seiner berühmten Reise in die Niederlande zeichnete Dürer nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch zahlreiche seiner Begegnungen. Hierzu gehört das sogenannte "Bilndis des Lucas van Leyden", das seit 1910 zum Bestand des British Museum gehört.
Dürer zeigt eine Nahaufnahme des Dargestellten als Brustbild im rechten Dreiviertelprofil. Der Mann mit Mantel und ausladendem Hut nimmt den Bildausschnitt nahezu vollständig ein. Halblange Haare umschmeicheln sein markantes Gesicht, der Blick ist ernst in die Ferne gerichtet. Durch den schwarzen Hintergrund gewinnt das Bildnis an Plastizität.
Mithilfe des visuellen Abgleichens mit anderen Porträts sowie mit Nennungen im sogenannten Tagebuch der niederländischen Reise, das zwar im Original verschollen, doch durch zwei frühneuzeitliche Abschriften überliefert ist, versuchten Forschende den Dargestellten zu identifizieren. So meinte man Lucas van Leyden zu erkennen, was nachträglich sogar in die untere linke Ecke des Blattes notiert wurde (hierzu Metzger 2021, S. 218). Eine später entstandene Kopie inklusive identifizierender Inschrift birgt keinen Hinweis auf Dürer als den Schöpfer des Bildnisses (vgl. Exemplar der Kunstsammlungen der Veste Coburg, Inv.-Nr. VII,6,188).
S. 28, Nr. 832
S. 111, Nr. 1080
S. 191, Nr. 60
S. 2052, 1521/30